Internalisierende Symptome bei depressiven Jugendlichen

Author(s):  
Manuela Gander ◽  
Anna Buchheim

Fragestellung: Um die Effektivität von Lehrerausbildungsprogrammen zu verbessern, ist es wichtig die unterschiedlichen Manifestationsformen der Depression bei jugendlichen Schüler und Schülerinnen gründlicher zu analysieren. Diese Studie untersucht die Ausprägung und Häufigkeit internalisierender Auffälligkeiten bei Jugendlichen mit depressiver Symptomatik und deren Zusammenhang zu einem erhöhten Suizidrisiko. Methodik: Mit dem Reynolds Adolescent Depression Scale-2, dem Youth Self-Report und dem Suicide Probability Scale wurden 403 Jugendliche an österreichischen allgemeinbildenden höheren Schulen (212 Mädchen und 191 Buben) im Alter zwischen 16 und 18 Jahren untersucht. Ergebnisse: 35 %, also über ein Drittel der Jugendlichen mit depressiven Symptomen, liegen zwar im internalisierend auffälligen Bereich, jedoch zeigen sie keine Auffälligkeiten im externalisierenden Bereich. Anhand der Regressionsanalyse zeigte sich, dass im internalisierenden Bereich insbesondere körperliche Beschwerden, Angst und Depressivität ausgeprägt sind. Neben diesen deuten aber auch Aufmerksamkeitsprobleme und schizoid zwanghaftes Verhalten auf eine depressive Symptomatik hin. Hinsichtlich des Suizidrisikos sind Depressivität, Angst, schizoid zwanghaftes Verhalten, soziale Probleme und aggressives Verhalten prädiktiv. Schlussfolgerungen: Diese Studienergebnisse werden im Zusammenhang mit bereits bestehenden Studien zur Erkennung von Verhaltensauffälligkeiten im schulischen Kontext diskutiert. Durch die Integration der Ergebnisse in Aus- und Fortbildung von Lehrpersonen soll eine Sensibilisierung auf den Bereich depressiver Jugendlicher mit internalisierenden Symptomen ermöglicht und die Identifikation erleichtert werden.

2000 ◽  
Vol 21 (1) ◽  
pp. 105-110 ◽  
Author(s):  
Marcus Roth

Zusammenfassung: Die deutschsprachige Version des Youth Self-Report (YSR) wurde einer nichtklinischen Stichprobe vom 352 Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 16 Jahren vorgegeben und im Hinblick auf Reliabilität (interne Konsistenz), Skaleninterkorrelationen und Anwendbarkeit der amerikanischen Normierung überprüft. Die Ergebnisse zeigen, daß die Skalen «Sozialer Rückzug», «Körperliche Beschwerden», «Soziale Probleme», «Schizoid/zwanghaft» und «Aufmerksamkeitsstörungen» nur ungenügende und für die Individualdiagnostik unbefriedigende interne Konsistenzen (α < .70) aufweisen. Weiterhin zeigen die Ergebnisse, daß im Vergleich zur amerikanischen Normierungsstichprobe ca. zwei- bis dreimal so viele Jugendliche dieser Studie in den oberen Wertebereich des YSR fallen. Die Interpretation individueller Werte anhand amerikanischer Normen führt daher zu einer deutlichen Überschätzung der psychischen Symptombelastung und sollte somit in der Individualdiagnostik keine Anwendung finden.


Author(s):  
Cornelia Thiels ◽  
Johanna Pätel

Zusammenfassung: Fragestellung: Gibt es bei Kindern und Jugendlichen Zusammenhänge zwischen Body Mass Index und psychosozialen Problemen einschließlich essstörungstypischer Symptome? Methodik: 1057 Schüler im Alter von 10 bis 17 Jahren füllten den Youth Self-Report (YSR) und das Eating Disorder Inventory für Kinder (EDI-C) aus. Soziodemographische Daten, sowie Information über Körperlänge und Gewicht wurden ebenfalls erhoben. Ergebnisse: Untergewichtige Mädchen berichteten weniger Probleme als normalgewichtige. Mädchen mit Übergewicht erreichten höhere Werte als normalgewichtige auf sechs von elf EDI-C-Skalen (Schlankheitsstreben, Bulimie, Unzufriedenheit mit der Figur, Minderwertigkeitsgefühle, Misstrauen gegenüber anderen und Unsicherheit in der Wahrnehmung von Gefühlen) sowie auf den YSR-Skalen Ängstlich/Depressiv und Soziale Probleme. Ähnlich zeigten übergewichtige Jungen mehr soziale Probleme als normalgewichtige und höhere Werte auf denselben EDI-C-Skalen wie übergewichtige Mädchen mit Ausnahme von Misstrauen gegenüber anderen. Untergewichtige Jungen unterscheiden sich von normalgewichtigen im YSR durch vermehrte körperliche Beschwerden, im EDI-C dagegen auf keiner der Skalen signifikant. Schlussfolgerungen: Übergewichtige Kinder und Jugendliche leiden offenbar unter psychosozialen Problemen, einschließlich solcher, die für Essgestörte typisch sind. Daher bedürfen sie der Intervention nicht nur zur Vermeidung körperlicher Folgen von Übergewicht und Adipositas. Dabei sollte ihre Essstörungssymptomatik Berücksichtigung finden.


2003 ◽  
Vol 93 (2) ◽  
pp. 544-560 ◽  
Author(s):  
Ahmed M. Abdel-Khalek

Based on previous factor analyses of child and adolescent depression inventories, the following eight basic dimensions were identified, i.e., Pessimism, Weak Concentration, Sleep Problems, Anhedonia, Fatigue, Loneliness, Low Self-esteem, and Somatic Complaints. Each dimension was assessed by five items, so the Multidimensional Child and Adolescent Depression Scale has 40 brief statements answered on a 3-point intensity scale, i.e., None, Some, and A lot. The eight dimensions have good factorial validity and acceptable to good alpha and test-retest reliability, and good criterion-related validity using three self-report depression scales. The total scale score has from good to high coefficients of reliability and validity. The highest mean scores were on Fatigue and Anhedonia for Kuwaiti boys and girls, respectively, while the Loneliness subscale has the lowest mean score for both sexes. Girls attained significantly higher mean scores than boys for the total score as well as on all dimensions, with the exception of weak concentration. The scale has two compatible Arabic and English versions. It was designed to be useful in defining the profile of children's and adolescents' depression.


Author(s):  
P. Pössel ◽  
B. Häußler

Zusammenfassung: Fragestellung: Eine Reihe von Studien konnte die enge Verbindung zwischen geringer sozialer Kompetenz und psychischen Störungen bei Jugendlichen aufzeigen. Methode: Um das soziale Verhalten von Jugendlichen untereinander erfassen zu können, wurde das «Teenage Inventory of Social Skills» (TISS) übersetzt und validiert. Ergebnisse: Die faktorenanalytisch ermittelten Skalen «positives Verhalten» und «negatives Verhalten» haben eine Interne Konsistenz von α = .86 und .85. Die Retest-Reliabilität über 13-18 Tage beträgt für beide Skalen r= .89. Während sich kein Zusammenhang der Skala «positives Verhalten» mit den Syndromskalen des «Youth Self-Report» zeigt, korreliert die Skala «negatives Verhalten» erwartungsgemäß mit den Syndromskalen «aggressives Verhalten» und «dissoziales Verhalten». Schlussfolgerungen: Mit dem «Teenage Inventory of Social Skills - Deutsch» (TISS-D) liegt nach den bisherigen Daten ein ökonomisches und reliables Instrument zur Erfassung von Sympathie- und Antipathie generierendem Verhalten von Jugendlichen im Selbsturteil vor.


2000 ◽  
Vol 9 (3) ◽  
pp. 133-142 ◽  
Author(s):  
Julia Plück ◽  
Manfred Döpfner ◽  
Gerd Lehmkuhl

Zusammenfassung. Die Daten der bundesweit repräsentativen Stichprobe der PAK-KID-Studie, die mit der deutschen Fassung der Child Behavior Checklist und des Youth Self-Report von Achenbach erhoben wurde, werden hinsichtlich Internalisierender Verhaltensweisen von Kindern (4-10 Jahre) und Jugendlichen (11-18 Jahre) analysiert. Für N=1030 Kinder liegen Elternurteile, für N=1757 Jugendliche korrespondierende Eltern- und Selbsturteile vor. Folgende Ergebnisse werden berichtet: Es werden Prävalenzraten, Alters-, Geschlechts- und Beurteilereffekte, sowie Korrelationen und Komorbiditäten internalisierender mit anderen Verhaltensauffälligkeiten dargestellt. Hinsichtlich aller erfaßten internalisierenden Auffälligkeiten (sozialer Rückzug, körperliche Beschwerden, Angst/Depression sowie internalisierendes Verhalten insgesamt) beurteilen sich die Jugendlichen auffälliger als die Eltern sie einschätzen. Dieser Unterschied ist bei Mädchen signifikant größer als bei Jungen. Die von den Eltern beurteilten internalisierenden Auffälligkeiten nehmen in höherem Alter zu. Mädchen beschreiben auf allen Skalen zur Erfassung internalisierender Auffälligkeiten mehr Probleme als Jungen; die Beurteilungen der Eltern unterscheiden sich jedoch nicht bedeutsam. Eltern- und Selbsturteile Jugendlicher korrelieren im mittleren Bereich (bis zu r=.50). Innerhalb der internalisierenden Auffälligkeiten lassen sich hohe Komorbiditätsraten feststellen (besonders zwischen Angst/Depressivität und sozialem Rückzug). Aber auch externalisierende Auffälligkeiten werden häufig als komorbide Störungen beschrieben.


1998 ◽  
Vol 83 (2) ◽  
pp. 637-638 ◽  
Author(s):  
Courtney Bagge ◽  
Augustine Osman

The present study examined the factor structure of the Suicide Probability Scale with a sample of 390 undergraduates, using confirmatory factor analysis. The original oblique four-factor structure provided a poor fit to the data. Scores on the total scale correlated .63 with scores on a validated self-report measure of mood and .51 and .42 with anxiety symptoms. Additional norms for the total scale are reported.


2020 ◽  
Vol 36 (1) ◽  
pp. 56-64
Author(s):  
Paul Bergmann ◽  
Cara Lucke ◽  
Theresa Nguyen ◽  
Michael Jellinek ◽  
John Michael Murphy

Abstract. The Pediatric Symptom Checklist-Youth self-report (PSC-Y) is a 35-item measure of adolescent psychosocial functioning that uses the same items as the original parent report version of the PSC. Since a briefer (17-item) version of the parent PSC has been validated, this paper explored whether a subset of items could be used to create a brief form of the PSC-Y. Data were collected on more than 19,000 youth who completed the PSC-Y online as a self-screen offered by Mental Health America. Exploratory factor analyses (EFAs) were first conducted to identify and evaluate candidate solutions and their factor structures. Confirmatory factor analyses (CFAs) were then conducted to determine how well the data fit the candidate models. Tests of measurement invariance across gender were conducted on the selected solution. The EFAs and CFAs suggested that a three-factor short form with 17 items is a viable and most parsimonious solution and met criteria for scalar invariance across gender. Since the 17 items used on the parent PSC short form were close to the best fit found for any subsets of items on the PSC-Y, the same items used on the parent PSC-17 are recommended for the PSC-Y short form.


1994 ◽  
Vol 6 (3) ◽  
pp. 236-245 ◽  
Author(s):  
Li-yu Song ◽  
Jagdip Singh ◽  
Mark Singer

2018 ◽  
Author(s):  
Paul Bergmann ◽  
Cara Lucke ◽  
Theresa Nguyen ◽  
Michael Jellinek ◽  
John Michael Murphy

2010 ◽  
Author(s):  
Benjamin B. Lahey ◽  
Paul J. Rathouz ◽  
Brooks Applegate ◽  
Jennifer L. Tackett ◽  
Irwin D. Waldman

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