Globale Gesellschaft und internationale Beziehungen - Vor der Revolution
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Published By Springer Fachmedien Wiesbaden

9783658338879, 9783658338886

Author(s):  
Roland Popp

ZusammenfassungNoch im Oktober 1961 konnte man den Eindruck gewinnen, dass die amerikanische Entschlossenheit, das „Amini-Experiment“ in Iran zu einem erfolgreichen Ende zu führen, ungebrochen ist. Im Anschluss an die anglo-amerikanische Intervention zugunsten der Reformregierung schien tatsächlich ein neues, einigen Optimismus rechtfertigendes Verhältnis zwischen Ministerpräsident Amini und Mohammad Rezā entstanden zu sein. Chester Bowles stattete in seiner neuen Rolle als Sonderbeauftragter des Präsidenten für die Dritte Welt im Februar 1962 Teheran einen Besuch ab, der in erster Linie das fortgesetzte Interesse der Administration an Iran dokumentieren sollte.



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Roland Popp
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ZusammenfassungArmin Meyers Einschätzung der sich aus der Ablösung des amerikanischen Militärmonopols im Jahr 1966 ergebenden Folgen betonte die langfristigen Vorteile einer Distanzierung vom früheren Patron. Eine unabhängigere iranische Politik vergrößere mittelfristig die Chancen für interne Stabilität in Iran und habe zugleich im Falle einer Rückkehr der Instabilität in der Zukunft den entscheidenden Vorteil, dass die amerikanische Macht nicht automatisch mit dem Ancien Régime identifiziert werden würde. Damit habe Washington die Chance, auch mit einer möglichen Nachfolgeregierung einvernehmliche Beziehungen zu etablieren.



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Roland Popp

ZusammenfassungIm August 1968 nahm Botschafter Armin Meyer an einer Gedenkfeier zum 15. Jahrestag des 28. Mordād, des Sturzes des ehemaligen Ministerpräsidenten Mosaddeġ und der Rückkehr Mohammad Rezās auf den Thron, ausgerichtet von der Tāǧ-o-l-Moluk, der Mutter des Schahs, teil. Meyer registrierte die Abwesenheit der wichtigsten Akteure der Begebenheiten von 1953 trotz einer Gästezahl von einigen Hundert. Statt der damaligen Protagonisten dominierten jetzt servile Staatsbeamte und die unausweichliche Jeunesse dorée Teherans die Veranstaltung. Es sei eine heitere Feier mit spektakulärem Feuerwerk gewesen, berichtete der Botschafter: „But few had a clue as to what was being celebrated.“



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Roland Popp

ZusammenfassungIm Anschluss an die Niederschlagung der Juni-Unruhen bereitete die Regierung die bereits seit Längerem angekündigten Maǧles-Wahlen nun endlich für den September 1963 vor. In seiner Euphorie über das gelungene Referendum vom Januar 1963 hatte der Schah gegenüber Botschafter Holmes – trotz der negativen Erfahrungen aus dem Jahr 1960 – sogar zeitweise wieder von der Möglichkeit „freier Wahlen“ gesprochen. Zugleich fügte er an, man könne einen missliebigen Maǧles nötigenfalls auch schnell wieder auflösen.



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Roland Popp
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ZusammenfassungDie frühen Kontakte zwischen Iran und den Vereinigten Staaten spiegelten die geografische Distanz zwischen beiden Staaten und Gesellschaften wider. Das bilaterale Verhältnis nach der vergleichsweise früh erfolgten formalen Aufnahme diplomatischer Beziehungen im Jahr 1856 entwickelte sich schleppend und beschränkte sich – analog zu der zu dieser Zeit für die USA charakteristischen weltpolitischen Rolle – in den darauffolgenden Jahrzehnten auf bescheidene wirtschaftliche Kontakte, Aktivitäten einiger weniger amerikanischer Missionare und der von ihnen errichteten Missionsschulen und archäologische Expeditionen. Der seit 1796 regierenden Ġāğāren-Dynastie gelang es derweil nicht, die Einmischung fremder Mächte – auch auf iranischem Territorium wurde das „Great Game“ zwischen Großbritannien und dem Zarenreich um die Vorherrschaft in Südwest-, Süd und Zentralasien ausgetragen – in innere Angelegenheiten Irans zu verhindern.



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Roland Popp
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ZusammenfassungDer entscheidend durch anglo-amerikanisches Eingreifen ermöglichte Machtwechsel in Iran von Mosaddeġ zu Zāhedi erschien anfangs nicht als ein historischer Wendepunkt. Eine Einschätzung von NEA im State Department warnte unmittelbar nach dem Staatsstreich vor allzu großen Erwartungen. In Iran sei weiterhin eine „Revolution“ im Gange, die Teil der allgemein zu beobachtenden „Welle des Nationalismus“ sei, die die neuen Staaten in Asien ergriffen habe.



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Roland Popp

ZusammenfassungIm November 1979 – unmittelbar nach der Besetzung der US-Botschaft und der damit beginnenden Geiselkrise, aber noch vor der sowjetischen Militärintervention in Afghanistan – erhielt der Nationale Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski von seinem militärischen Berater William E. Odom ein Memorandum mit Vorschlägen für eine Neuorientierung der amerikanischen Politik in der Region des Persischen Golfs und gegenüber Iran. Odom benannte den einen zentralen strukturellen Wandel für die Formulierung der US-Strategie: „[…] we have lost Iran for the present.“ Somit müsse es nunmehr das Ziel sein, die unmittelbare Projektion amerikanischer Militärmacht in den Persischen Golf zu ermöglichen. In diesem Sinne schlug er eine ganze Reihe strategischer Neujustierungen vor, unter anderem – anschließend auch umgesetzt – eine auf die Arabische Halbinsel zentrierte US-Politik, also eine Vertiefung der strategischen Beziehungen zu Saudi-Arabien und den anderen arabischen Golfstaaten, sowie Absprachen über permanente bzw. temporäre Nutzung von Stützpunkten in den Staaten dieser Region.



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Roland Popp

ZusammenfassungDie Begriffe „Video“ (lat.: ich verstehe/sehe) und Film bezeichnen Illusionsmedien, mit denen bei den Menschen das Gefühl erzeugt werden kann, dass ihnen eine visuelle Realität dargeboten wird. Zur Erzeugung einer besonderen Faszination ist dabei die Zeitgebundenheit der Präsentation entscheidend. In Verbindung mit dem Ton spricht man von zeitbasierten Medien, die sich hier von Gemälden, Fotografien, Texten etc. abgrenzen [54].



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Roland Popp

ZusammenfassungDer Wahlsieg des demokratischen Präsidentschaftskandidaten John F. Kennedy über den bisherigen Vizepräsidenten Richard Nixon schien eine Zeitenwende in der Außenpolitik der USA im Allgemeinen und insbesondere in der Politik gegenüber den Staaten der im Entstehen befindlichen sogenannten Dritten Welt anzukündigen. Der junge Präsident gemeinsam mit der ihn umgebenden Gruppe dynamisch-aktivistischer Berater symbolisierte die Abkehr von der als uninspiriert und vorwiegend reaktiv empfundenen Außenpolitik Eisenhowers und insbesondere von deren lange Zeit gleichgültigen bis feindseligen Einstellung gegenüber den immer stärker in den Vordergrund drängenden nationalistischen Bewegungen an der Peripherie. Tatsächlich hatte sich Kennedy bereits als junger Senator mit seiner Kritik an der amerikanischen Unterstützung der französischen Kolonialherrschaft in Algerien einen Namen gemacht.



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