Zeitschrift für Flüchtlingsforschung
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Published By Nomos Verlag

2509-9485

2021 ◽  
Vol 5 (2) ◽  
pp. 341-359
Author(s):  
Hendrik Meyer ◽  
Janina Rott

Mit dem vermehrten Zuzug Geflüchteter 2015 haben sich bundesweit zahlreiche Flüchtlingshilfeinitiativen gegründet. Auch in Münster beteiligen sich seitdem viele Organisationen an der Betreuung und Integration Geflüchteter. Auf der Grundlage von 18 qualitativen Interviews beschreibt der Beitrag die aktuelle Situation der Initiativen und skizziert die wesentlichen Veränderungen des freiwilligen Engagements von 2015 bis 2020. Darüber hinaus werden die Ergebnisse im Kontext sozialer, politischer und ökonomischer Strukturzusammenhänge diskutiert. Dabei lässt sich ausmachen, dass sich nicht nur der Tätigkeitsbereich der Initiativen verändert hat. In Teilen des Engagementfeldes zeigen sich auch Ansatzpunkte für eine zunehmende Politisierung der Freiwilligenarbeit.



2021 ◽  
Vol 5 (1) ◽  
pp. 142-157
Author(s):  
Katrin Huxel ◽  
Judith von der Heyde

Auch unter Studierenden stößt das Thema Flucht auf großes Interesse. Der vorliegende Beitrag zeigt anhand von Erfahrungen aus zwei an der Universität Osnabrück durchgeführten Seminaren, wie das Thema Männlichkeit und Flucht in der diversitätssensiblen Hochschullehre eingesetzt werden kann. Gerade das Format des forschenden Lernens birgt Potenzial, einen kritisch-reflexiven Habitus zu erreichen, da die Studierenden sowohl die Reifizierungsproblematik der Erforschung von Geschlecht im Forschungsprozess selbst erleben als auch mit eigenen Voreingenommenheiten und Positionierungen unmittelbar konfrontiert werden.



2021 ◽  
Vol 5 (2) ◽  
pp. 238-269
Author(s):  
Sabine Weiß ◽  
Verena Scheuerer ◽  
Ewald Kiel

Die Studie nimmt in den Blick, wie Lehrende über geflüchtete, traumatisierte Schüler*innen berichten. Die Befragten verorten die Entstehung eines Traumas meist in einem isolierten auslösenden Ereignis im Herkunftsland der Schüler*innen oder auf der Flucht. An einer prozesshaften Entstehung von Traumata, wie sie die Forschung annimmt, orientieren sie sich kaum. Schilderungen zu Traumata sind ausgerichtet am Verhalten der Schüler*innen, das in den Kontext zu erfüllender Anforderungen gesetzt wird. Lehrer*innen argumentieren aus ihrer professionellen Rolle heraus: Bedeutsam sind Unterrichtskonzepte und die - monolingual ausgerichtete - Förderung der Unterrichtssprache. Haltungen und interpersonale Dynamiken sind hingegen kaum Thema. Weiter zeigt sich, dass die Institution Schule und das Bildungssystem Zwänge sowie Struktur- und Institutionslogiken schaffen, die eine Unterstützung traumatisierter Schüler*innen erschweren.



2021 ◽  
Vol 5 (2) ◽  
pp. 270-308
Author(s):  
Matthias Knuth

Viele Geflüchtete streben einen Hochschulabschluss an, sind dafür aber auf finanzielle Förderung angewiesen. Sie haben grundsätzlich Zugang zur Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz. Wenn sie aber schon studiert oder gar einen Abschluss erworben haben, sehen sie sich förderungsrechtlichen Hürden gegenüber. Sozialwissenschaftliche Befunde zur Entwertung kulturellen Kapitals im Zuge von Migration begründen, warum ein erneutes Studium notwendig ist. Eine Rekonstruktion der Rechtsprechung versucht die komplexe Rechtslage zu erhellen. Fallrekonstruktionen aus aktuellen Gerichtsentscheidungen über die Fälle von Geflüchteten demonstrieren die häufig restriktive Entscheidungspraxis der Förderverwaltungen. Institutionelle Zugangshürden zur Studienförderung, von denen nur Bildungsausländer*innen betroffen sein können, stellen eine mittelbare Benachteiligung wegen der Herkunft dar.





2021 ◽  
Vol 5 (1) ◽  
pp. 77-108
Author(s):  
Matthias Schneider

In der bisherigen Geschlechterforschung wird Flucht als eine Marginalisierung von Männlichkeit beschrieben. Meist unberücksichtigt bleibt allerdings das Leben der Männer vor der Flucht. Mit Hilfe einer prozessorientierten Perspektive wird anhand der Lebensgeschichte eines aus Eritrea geflüchteten Mannes ein Typus von Männlichkeit formuliert, an welchem die Emergenz, die Marginalisierung vor der Flucht sowie die mehrfache Marginalisierung einer bildungsorientierten Männlichkeit während und nach der Flucht sichtbar gemacht werden können. Ferner wird dabei gezeigt, welche besondere Rolle Vulnerabilität in diesem Prozess spielt. Mit den Ergebnissen hilft der Artikel, ein differenziertes Verständnis der Marginalisierung von Männlichkeit zu entwickeln.



2021 ◽  
Vol 5 (1) ◽  
pp. 3-12
Author(s):  
Paul Scheibelhofer ◽  
Matthias Schneider

Zugänge der Flucht- und der Männlichkeitsforschung werden im deutschsprachigen Raum noch selten miteinander in Verbindung gebracht. In dieser Einleitung zum Themenheft Flucht und Männlichkeiten geben wir einen Überblick über die historische Genese der beiden Forschungsfelder, bevor wir diskutieren, wie in den letzten zwanzig Jahren zunehmend ein Zusammendenken von Migration, Flucht und Männlichkeit stattgefunden hat. Davon ausgehend werden die verschiedenen Artikel im Themenheft mit ihren besonderen Perspektiven vorgestellt, und zusammenfassend wird eruiert, welche Erkenntnisse über den Zusammenhang von Männlichkeit und Flucht aus diesen Beiträgen gewonnen werden können.



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