patientenfokussierte versorgung
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2019 ◽  
Vol 70 (05) ◽  
pp. 190-196
Author(s):  
Julia Priegnitz ◽  
Eike Langheim ◽  
Wilma Rademacher ◽  
Christoph Schmitz ◽  
Volker Köllner

ZusammenfassungZunehmend wird eine integrative, patientenfokussierte Versorgung von psychokardiologischen Patienten im Sinne einer integrativen Medizin gefordert. Mit der vorliegenden Arbeit soll untersucht werden, ob Herzpatienten mit einer komorbiden psychischen Störung im Rahmen der stationären Rehabilitation von einem integrierten Versorgungsmodell profitieren. Dazu wird der Symptomverlauf von psychokardiologischen Patienten in drei Versorgungssettings untersucht: interdisziplinäre Psychokardiologie (PK), monodisziplinäre Kardiologie (K) und monodisziplinäre Psychosomatik (PSO). Zu Beginn (T0), zum Ende (T1) und 6 Monate nach der Rehabilitationsbehandlung (T2) wurden allgemeine Angst und Depressivität (HADS), Herzangst (HAF) und gesundheitsbezogene Lebensqualität (SF-12) erfasst. Abschließend lagen von N=93 Patienten vollständige Daten vor (PK: N=37, 55,5 Jahre SD=8,0, 43,2% weiblich; K: N=32, 53,6 Jahre SD=8,2 , 34,4% weiblich; PSO: N=24, 55,5 Jahre SD=5,0, 45,8% weiblich). In den Ergebnissen zeigt allein die PK eine signifikante Reduktion von Herzangst im katamnestischen Prä-Post-Vergleich (HAF Furcht p=0,004). Auch die gesundheitsbezogene Lebensqualität verbessert sich nur in der PK von T0 zu T2 signifikant (SF-12 körperlich p=0,034). Die Ergebnisse legen die Schlussfolgerung nahe, dass Herzpatienten mit komorbider psychischer Störung von einer integrativen psychokardiologischen Versorgung profitieren. Dementgegen scheinen monodisziplinäre Behandlungssettings im Langzeitvergleich keinen wesentlichen Einfluss auf die psychische Symptomausprägung von psychokardiologischen Patienten zu haben. Die Studie bestätigt die positiven Erfahrungen aus der Praxis und liefert erste Erkenntnisse zur psychokardiologischen Versorgung in der stationären Rehabilitation. Weitere Forschung ist jedoch notwendig, um die Überlegenheit der Psychokardiologie gegenüber monodisziplinären Settings zu belegen.



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