phonologische informationsverarbeitung
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2018 ◽  
Vol 32 (4) ◽  
pp. 223-236
Author(s):  
Merle Skowronek ◽  
Kirsten Schuchardt ◽  
Claudia Mähler

Zusammenfassung. Kinder mit Lernschwierigkeiten in der Schriftsprache oder im Rechnen weisen kognitive Defizite auf, welche sich primär auf die schulischen Erfolge auswirken und ferner mit einem schwachen schulischen Selbstkonzept einhergehen. Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, wie sich die Entwicklung der Schulleistungen, des schulischen Selbstkonzepts sowie die Entwicklung zugrundeliegender kognitiver Funktionen (Arbeitsgedächtnisfunktionen nach Baddeley und Hitch (1974) sowie weitere Merkmale der phonologischen Informationsverarbeitung nach Wagner und Torgesen (1987) ) von Kindern mit Lernschwierigkeiten von denen ohne Auffälligkeiten unterscheiden. Dazu wurden in einer Längsschnittstudie über einen Zeitraum von 2 Jahren Grundschulkinder (zu Beginn 8;9 Jahre alt) mit (a) einer Kombinierten Störung schulischer Fertigkeiten bei mindestens durchschnittlicher Intelligenz ( n = 30, IQ ≥ 85) mit (b) Lernschwierigkeiten und unterdurchschnittlicher Intelligenz im Rahmen einer Lernbehinderung ( n = 15, IQ < 85) und mit (c) lernunauffälligen und mindestens durchschnittlich intelligenten Grundschulkindern ( n = 55, IQ ≥ 85) verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass die schulischen Defizite bei beiden Gruppen mit Lernschwierigkeiten zeitlich stabil bestehen blieben. Bezüglich aller Komponenten der kognitiven Funktionen und der Entwicklung des schulischen Selbstkonzepts konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Lernstörungsgruppen gefunden werden, jedoch unterscheiden sich beide Gruppen signifikant von der Kontrollgruppe. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse wird diskutiert, inwiefern es sich hier um eine homogene Lernstörungsgruppe handelt.



Author(s):  
Ulrike Metz ◽  
Peter Marx ◽  
Jutta Weber ◽  
Wolfgang Schneider

Zusammenfassung. Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit der Legitimation der Diskrepanzdefinition der Legasthenie. Es wurde überprüft, inwieweit spezifische Ursachenmuster auf die Gruppe der intelligenten lese-rechtschreibschwachen Kinder, die eine Diskrepanz zwischen Intelligenz und Lese-Rechtschreibleistung aufweisen, beschränkt sind. Dazu wurden Overachiever im Bereich des Lesens und Rechtschreibens am Ende der 3. Jahrgangsstufe mit gleichaltrigen Legasthenikern, allgemein lese-rechtschreibschwachen Kindern mit niedriger Intelligenz und einer Kontrollgruppe hinsichtlich ihrer phonologischen und visuellen Informationsverarbeitung sowie der Art ihrer Rechtschreibfehler verglichen. Overachiever wurden hierbei definiert als Kinder, die im Vergleich zu ihrer unterdurchschnittlichen Intelligenz erwartungswidrig gute Leistungen im Lesen und Rechtschreiben erbringen. Die Hinzunahme dieser intelligenzparallelisierten Kontrollgruppe für die allgemein lese-rechtschreibschwachen Kinder vervollständigte das Design zu einem kompletten Vierfelderschema (Intelligenz Lese-Rechtschreibkompetenz), worauf bisherige Studien verzichteten. Sowohl Kontrollkinder als auch Overachiever verfügten gegenüber Legasthenikern bzw. allgemein lese-rechtschreibschwachen Kindern über eine deutlich bessere phonologische Informationsverarbeitung und wiesen einen geringeren Anteil an Wahrnehmungsfehlern im Rechtschreibtest auf. Für beide lese-rechtschreibschwachen Gruppen zeigten sich keinerlei Defizite hinsichtlich der visuellen Informationsverarbeitung. Die Ergebnisse liefern ein empirisches Argument gegen die Annahme, dass bei intelligenten lese-rechtschreibschwachen Kindern ein qualitativ anderes Ursachenmuster als bei unterdurchschnittlich intelligenten lese-rechtschreibschwachen Kindern vorliegt und damit nur bei ersteren von einer spezifischen Störung (Legasthenie) auszugehen ist.



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