In den letzten Jahrzehnten hat das Streben nach Effizienz und Effektivität des Managements viele öffentliche und zivilgesellschaftliche Organisationen verändert. Viele öffentliche Organisationen – wie z.B. die deutschen öffentlichen Universitäten im oben beschriebenen Fall – haben sich im Zuge der New Public Management Reformen als eigenständige Einheiten neu organisiert. Eine solche Umstrukturierung hat die Chance erhöht, dass kontextspezifische Management- und Führungspraktiken eingeführt werden. So können die öffentlichen Universitäten nun beispielsweise freier über die Verwendung der Mittel entscheiden. Die Umstrukturierung hat jedoch auch die Notwendigkeit erhöht, dass die Organisationen ihre Leistungen managen und darüber berichten, um somit langfristig ihre Reputation gegenüber externen Stakeholdern aufzubauen. Dies können sie erreichen, indem sie das richtige Maß an Transparenz wahren und ihren Stakeholdern gegenüber Rechenschaft ablegen. Öffentliche Universitäten bemühen sich nun mehr um ihr Image, z.B. indem sie Hochglanzbroschüren drucken und ihre Jubiläen feiern. Gleichzeitig wird von ihnen mehr Transparenz bezüglich ihrer Prozesse und Wirkungsbereiche erwartet. Wenn zivilgesellschaftliche Organisationen für den Staat die Erbringung öffentlicher Leistungen übernehmen, dann geschieht dies zunehmend auf Basis von Leistungsverträgen mit komplexen Leistungs- und Zielvereinbarungen. Infolgedessen ist bei zivilgesellschaftlichen Organisationen die Notwendigkeit gestiegen, ihre Leistung, ihre Reputation, ihre Transparenz und ihre Rechenschaftspflicht gegenüber staatlichen Akteuren zu verwalten und zu steuern. Auch die Erwartungen privater Geldgeber/innen sind gestiegen, weil Skandale im Zusammenhang mit dem Missbrauch von Spendengeldern Spender/innen sensibilisiert haben (in Österreich z.B. der berüchtigteWorld Vision Skandal von 1998, der schließlich zur Einführung des österreichischen Spendengütesiegels führte). Aktuelle Trends in Richtung Venture Philanthropy und Impact Investment haben die Anforderungen privater Geldgeber/innen in Hinblick auf die Rechenschaftslegung von NPOs weiter erhöht.