Kabelnetzbetreiber als Programmveranstalter?

2006 ◽  
Vol 3 (4) ◽  
pp. 51-56
Author(s):  
Constantin Lange ◽  
Bernd Kleinsteuber ◽  
Thomas Hintze
Keyword(s):  

Als Premiere bei der Vergabe der Bundesliga-Fernsehrechte für die nächsten drei Jahre durch die DFL leer ausging, wurde von dort eine ordnungs- und medienpolitisch relevante Kritik geäußert. Arena, der neue Inhaber der Pay-TV-Rechte, ist nämlich eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Unternehmens Unity Media, das gleichzeitig die Kabelnetze von ish, iesy und Tele Columbus betreibt. Bisher war die Trennung von TV-Programm und -Distribution nicht nur ein Prinzip der Medienpolitik, sondern auch ein struktureller Vorteil aus ordnungspolitischer Sicht, da es den funktionierenden Wettbewerb auf der Programmebene von eventuellen Wettbewerbsproblemen auf der Distributionsebene unabhängig macht. Mehr als die Hälfte aller Haushalte erhalten ihre Fernsehprogramme über das TV-Kabel, das überall ein regionales Monopol besitzt. Allerdings steht das TV-Kabel in Substitutionskonkurrenz zu anderen Distributionswegen wie Satellit und Terrestrik (insb. DVB-T) und zukünftig auch zu den aufgerüsteten, breitbandigen Telekommunikationsnetzen (insb. VDSL) im Kontext von Triple Play. Diese verschärfte Wettbewerbssituation, die die Geschäftsmodelle der Kabelnetze in Gefahr bringt, zwingt diese, nach neuen Erlösmöglichkeiten Ausschau zu halten. Solche können einerseits im Angebot von Telefon- und Internetdiensten bestehen und andererseits im eigenen Angebot audiovisueller Inhalte, insbesondere als Pay-TV oder Pay-per-View bzw. Video-on-Demand. Damit ist die Interessenkollision zwischen Kabelnetzbetreibern und Programmanbietern vorgezeichnet. Im Folgenden beziehen Dr. Constantin Lange von der RTL inter active GmbH, Bernd Kleinsteuber von der Cablecom GmbH und Prof. DI Thomas Lange von der UPC Austria mit ihren Standpunktbeiträgen Position auf die Frage: Kabelnetzbetreiber als Programmveranstalter?

2021 ◽  
Author(s):  
Ifeoluwa A Olubiyi ◽  
Desmond O Oriakhogba

Abstract The National Broadcasting Commission (NBC) in Nigeria recently released an amendment to the 6th edition of the Broadcasting Code. Its aim is to increase local content, generate advertisement revenue and prevent anti-competitive practices in the Nigerian broadcast industry. To this end, it prevents exclusivity or monopolisation of content by broadcasting organisations, including Pay TV and Video on Demand (VOD) platforms. Drawing from European and South African experiences, this article begins by examining the provisions of the Broadcasting Code, particularly the amendment vis-à-vis the Nigerian Copyright Act and Nigeria’s international obligations under treaties such as the Rome Convention and the World Trade Organization’s Agreement on Trade-Related Aspects of Intellectual Property Rights (TRIPS Agreement). It then looks at the impact of the amended Code on the broadcast industry. The article seeks to determine whether the provisions of the amended Code can qualify as limitations and exceptions to exclusive rights allowed under the treaties and the Nigerian Copyright Act. It also examines whether, in attempting to foster competition in the Nigerian broadcast industry, the amended Code has taken away the exclusive rights granted by the Copyright Act to owners of Pay TV and VOD platforms and thereby runs contrary to Nigeria’s international obligations. Where appropriate, recommendations are made for consultation among relevant stakeholders for review of the amended Code to align it with the Copyright Act and Nigeria’s international obligations.


2019 ◽  
Vol 10 (1) ◽  
pp. 109-126
Author(s):  
Mariela Baladron ◽  
Ezequiel Rivero

In this article, an analysis of the over-the-top video on demand (VOD OTT) services’ market in Latin America is proposed, to account for its penetration, relationship with traditional pay-TV, content policies and current (and nowadays under debate) regulations for the sector. The analysis departs from a comparative study on the five main audio-visual markets of the region: Argentina, Brazil, Chile, Colombia and Mexico, within which it is analysed Netflix, the predominant VOD OTT service. First, it will be argued that Internet’s potential to generate higher levels of competition and diversity from online distribution of audio-visual content has been limited by practices of vertical integration between a few new entrants and pre-existing, dominant players of the infocommunications industry. Secondly, the State’s role as a guarantor of public interest is discussed, particularly in periphery contexts with deeply structural asymmetries, as is the case in the countries mentioned above.


2017 ◽  
Vol 14 (2) ◽  
pp. 26-33
Author(s):  
Arnold Picot ◽  
Hermann Rotermund ◽  
Helwin Lesch

Das Medium Fernsehen hat sich in den letzten Jahrzehnten eher inkrementell weiterentwickelt. Durch neue Übertragungswege wie Satelliten und Kabelnetze haben sich Programmspektrum und Darstellungsqualität deutlich verbessert. Smartphones und andere Endgeräte ermöglichen den Zugriff auf Inhalte jenseits des klassischen Fernsehers. Mit Cloud-TV deutet sich nun eine grundlegende Veränderung an. Cloud-TV bündelt lineares Fernsehen, Video-on-Demand-Dienste und zahlreiche weitere Dienste in einem Angebot, das ein Nutzer von allen Endgeräten aus nutzen kann. Es stellt die bekannten Muster der Mediennutzung, der Wertschöpfung im Medienbereich und die vorhandene Regulierung genauso in Frage wie die Arbeitsteilung zwischen privaten und öffentlichen Anbietern. Diesem Thema hatte das Munich Center for Internet Research (MCIR), ein interdisziplinäres Forschungszentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, am 16. Mai 2017 eine Veranstaltung gewidmet. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion hatten sich Arnold Picot, Hermann Rotermund und Helwin Lesch intensiv mit dem Thema Cloud-TV auseinandergesetzt. Nachfolgend findet sich eine Zusammenfassung ihrer Statements. Wir knüpfen damit an den Beitrag aus Heft 3/2016 zur Zukunft des Fernsehens und speziell zu der Rolle der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Zeiten der Cloud an. Sicherlich beschäftigen wir uns aber nicht das letzte Mal mit der Zukunft des klassischen Fernsehens!


2016 ◽  
Vol 13 (3) ◽  
pp. 37-39
Author(s):  
Ralf Kaumanns

Der Kampf um das Wohnzimmer ist voll entbrannt. Eine Reihe von Anbietern versuchen Streaming Media-Dienste im deutschen Markt zu etablieren. Amazon hat sich mit seiner Strategie eine marktführende Rolle erarbeiten können. Laut einer Analyse von Goldmedia¹ besitzt Amazon mittlerweile einen Anteil im Video-On-Demand-Markt von 38,9%, deutlich vor Wettbewerbern wie Apple, Maxdome, Google oder Netflix. Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Der Grund liegt vor allem in einer umfassenden Strategie rund um das Thema Bewegtbild und Video Content. Im Kampf um das Wohnzimmer haben selbst große und finanzkräftige Wettbewerber einen schweren Stand, um mit umfassend gebündelten Angeboten Schritt zu halten.


1997 ◽  
Vol 25 (2) ◽  
pp. 13-20 ◽  
Author(s):  
Weifeng Shi ◽  
Shahram Ghandeharizadeh

2016 ◽  
Vol 14 (6) ◽  
pp. 3011-3016
Author(s):  
Cesar Augusto Viana Melo ◽  
Jhonathan Araujo Oliveira ◽  
Gustavo Bittencourt Figueiredo

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