Chronische Erschöpfung und berufliche Belastung bei Patienten in der rheumatischen Rehabilitation

2017 ◽  
Vol 27 (06) ◽  
pp. 348-358
Author(s):  
Ulrike de Vries ◽  
Bernhard Krohn-Grimberghe ◽  
Franz Petermann

Zusammenfassung Fragestellung Mehrfach wurde auf Zusammenhänge zwischen chronischer Erschöpfung und wahrgenommener beruflicher Belastung bei Patienten in der rheumatischen Rehabilitation hingewiesen. Dabei wurde die Erschöpfung meist anhand 1-dimensionaler Verfahren abgebildet. Es wird geklärt, ob eine multidimensionale Betrachtung der chronischen Erschöpfung (physisch und psychisch) differenzierte Aussagen zu Zusammenhängen und Verläufen wahrgenommener beruflicher Belastung erlauben. Material und Methoden Im Rahmen eines Ein-Gruppen-Prä-Post-Designs mit 6- und 12-Monatskatamnese wurden Daten von n=138 (Durchschnittsalter 48,9 Jahre, 48% weiblich) Patienten einer rheumatologischen Rehabilitationsklinik mit entzündlichen oder degenerativen rheumatischen Erkrankung (ICD-10: M02–M79) und M79.7 Fibromyalgiesyndrom als Erst- oder Zweitdiagnose erhoben. Die chronische Erschöpfung wurde mit dem Multidimensional Fatigue Inventory (MFI), wahrgenommene berufliche Belastung mit dem Fragebogen Arbeitsbezogenes Verhaltens- und Erlebensmuster (AVEM) erhoben. Ergebnisse Die Patienten wiesen im Vergleich zur gesunden Referenzstichprobe überdurchschnittliche Werte im MFI auf. Die Verausgabungsbereitschaft (AVEM) ist 6 und 12 Monate nach Reha-Ende unterdurchschnittlich ausgeprägt. Die Skalen Distanzierungsfähigkeit, Resignationstendenz, Offensive Problembewältigung, Innere Ruhe/Ausgeglichenheit, Lebenszufriedenheit sowie das Erleben sozialer Unterstützung liegen oberhalb der Normwerte. Im Verlauf des Beobachtungszeitraums zeigen sich mittel- und langfristige Verbesserungen/Steigerungen der AVEM-Werte im Sinne einer gesundheitsförderlichen Einstellung zu beruflichen Belastungen. Auf Skalenebene werden differenzierte Zusammenhänge zwischen Erschöpfung und beruflicher Belastung deutlich. Diskussion Die Ergebnisse belegen den Informationszuwachs aus mehrdimensionaler Erfassung der Erschöpfung und entsprechender Zusammenhänge zu beruflichen Belastungen. Dieser erlaubt Aussagen zur Optimierung der rheumatischen Rehabilitation. Schlussfolgerung Patienten in der rheumatischen Rehabilitation weisen ein hohes Ausmaß an Erschöpfung auf. Hierbei zeigen sich spezifische Zusammenhänge zwischen körperlicher und psychischer Erschöpfung und wahrgenommener beruflicher Belastung, was auf einen besonderen Therapiebedarf hinweist. Zusätzlich sind bei Patienten in der rheumatischen Rehabilitation der Einsatz eines Screenings zur Erfassung der chronischen Erschöpfung und ein umfassendes Anamnesegespräch um diese Thematik sinnvoll. Empfehlenswert wäre darüber hinaus eine Intensivierung des Angebotes an kognitiv-verhaltenstherapeutischen Einzel- oder Gruppensitzungen zur Behandlung der Erschöpfung.

2019 ◽  
Vol 4 (5) ◽  
pp. 936-946
Author(s):  
Dawn Konrad-Martin ◽  
Neela Swanson ◽  
Angela Garinis

Purpose Improved medical care leading to increased survivorship among patients with cancer and infectious diseases has created a need for ototoxicity monitoring programs nationwide. The goal of this report is to promote effective and standardized coding and 3rd-party payer billing practices for the audiological management of symptomatic ototoxicity. Method The approach was to compile the relevant International Classification of Diseases, 10th Revision (ICD-10-CM) codes and Current Procedural Terminology (CPT; American Medical Association) codes and explain their use for obtaining reimbursement from Medicare, Medicaid, and private insurance. Results Each claim submitted to a payer for reimbursement of ototoxicity monitoring must include both ICD-10-CM codes to report the patient's diagnosis and CPT codes to report the services provided by the audiologist. Results address the general 3rd-party payer guidelines for ototoxicity monitoring and ICD-10-CM and CPT coding principles and provide illustrative examples. There is no “stand-alone” CPT code for high-frequency audiometry, an important test for ototoxicity monitoring. The current method of adding a –22 modifier to a standard audiometry code and then submitting a letter rationalizing why the test was done has inconsistent outcomes and is time intensive for the clinician. Similarly, some clinicians report difficulty getting reimbursed for detailed otoacoustic emissions testing in the context of ototoxicity monitoring. Conclusions Ethical practice, not reimbursement, must guide clinical practice. However, appropriate billing and coding resulting in 3rd-party reimbursement for audiology services rendered is critical for maintaining an effective ototoxicity monitoring program. Many 3rd-party payers reimburse for these services. For any CPT code, payment patterns vary widely within and across 3rd-party payers. Standardizing coding and billing practices as well as advocacy including letters from audiology national organizations may be necessary to help resolve these issues of coding and coverage in order to support best practice recommendations for ototoxicity monitoring.


ASHA Leader ◽  
2012 ◽  
Vol 17 (2) ◽  
pp. 3-8
Author(s):  
Janet McCarty ◽  
Neela Swanson
Keyword(s):  

ASHA Leader ◽  
2016 ◽  
Vol 21 (1) ◽  
pp. 30-32
Author(s):  
Kate Ogden ◽  
Neela Swanson ◽  
Janet McCarty
Keyword(s):  

ASHA Leader ◽  
2015 ◽  
Vol 20 (8) ◽  
pp. 36-37
Author(s):  
Neela Swanson ◽  
Janet McCarty
Keyword(s):  

2008 ◽  
Vol 39 (11) ◽  
pp. 64
Author(s):  
MARY ELLEN SCHNEIDER
Keyword(s):  

2008 ◽  
Vol 41 (19) ◽  
pp. 46-47 ◽  
Author(s):  
MARY ELLEN SCHNEIDER
Keyword(s):  

Author(s):  
M. Nowak
Keyword(s):  

Zusammenfassung: Am Beispiel vorliegender klinischer Studien aus der Literatur werden die Charakteristika der psychogenen Lähmung im Kindes- und Jugendalter erarbeitet. Anhand einer Übersicht wird zunächst der Wandel in der diagnostischen Einordnung der psychogenen Lähmung von der ICD-6 bis zur ICD-10 dargestellt. Weiterhin werden die epidemiologischen Daten aus der Literatur referiert. Die psychogene Lähmung bei Kindern und Jugendlichen zeigt innerhalb der dissoziativen Störungen in dieser Altersgruppe eine charakteristische Alters- und Geschlechtsverteilung, sowie eine gute Prognose. Eine besondere Rolle für die Genese der psychogenen Lähmungen und Gangstörungen spielen invasive iatrogene diagnostische und therapeutische Eingriffe, körperliche Traumata, Infekterkrankungen und Modellerkrankungen.


2014 ◽  
Vol 71 (10) ◽  
pp. 599-607 ◽  
Author(s):  
Martin Neuenschwander

Digitale Medien sind mittlerweile unentbehrlich in Schule, Beruf, Familie und Freizeit und durchdringen unseren Alltag immer stärker. Dazu vermögen sie die Menschen aller Altersstufen zu faszinieren dank vielfältiger und immer neuer Nutzungsmöglichkeiten für Kommunikation, Unterhaltung und Spiel. Von großer Relevanz sind diesbezüglich insbesondere soziale Netzwerke und Onlinespiele, an denen sich täglich Millionen beteiligen. Der Großteil der Bevölkerung nutzt diese interaktiven Medien funktional, selbstbestimmt und genussvoll. Andererseits belegen empirische Studien, dass eine Minderheit von 1 % bis 6 % ein dysfunktionales, suchtartiges Verhalten zeigt, typischerweise bei der Onlinekommunikation, beim Computerspiel oder beim Konsum von erotisch-pornografischem Bildmaterial. Das Störungsbild „Onlinesucht“ ist zwar eine Realität, figuriert bisher aber nicht als offizielle Diagnose in den Klassifikationssystemen ICD-10 und DSM-5. Die Fachdiskussion über die nosologische Einordnung des Störungsbildes ist noch im Gang. Für die klinische Praxis existieren allerdings bereits jetzt valide diagnostische Hilfestellungen. Da das zur Verfügung stehende professionelle Beratungs- und Therapieangebot nur spärlich in Anspruch genommen wird, kommt der medizinischen Grundversorgung für die Früherkennung und Triage hinsichtlich adäquater Interventionen eine wichtige Bedeutung zu. Im deutschsprachigen Raum stehen verschiedene webbasierte Plattformen für Prävention, Beratung und Therapie zur Verfügung.


2020 ◽  
Vol 77 (1) ◽  
pp. 29-36
Author(s):  
Patrick Köck ◽  
Johannes Strasser
Keyword(s):  
Dsm V ◽  

Zusammenfassung. Die Indikation zur Durchführung einer Opioid-Agonisten-Therapie (OAT) ist einfach gestellt und orientiert sich einzig am Vorliegen eines Opioidabhängigkeitsyndroms gemäss ICD 10 (oder DSM-V). Für den Behandlungserfolg ist eine adäquate, individuelle Dosierung des Opioid-Agonisten entscheidend. Es stehen mehrere als gleichwertig zu betrachtende Opioide mit unterschiedlichen Nebenwirkungsprofilen zur Verfügung. Komorbide Erkrankungen sind häufig und haben Einfluss auf Lebensqualität sowie das Suchtverhalten. Sie sollten deshalb für die Behandlungsplanung und -umsetzung berücksichtigt und idealerweise ebenfalls behandelt werden. Im folgenden Artikel wird der State-Of-The-Art der OAT dargestellt, mit Fokus auf den deutschsprachigen Raum Europas. Er soll einen Überblick über Diagnostik, Behandlungsoptionen, Medikamente sowie spezifische Herausforderungen der OAT geben. Die Empfehlungen orientieren sich vorwiegend am Schweizer Modell. Somit muss die Behandlungsdurchführung gemäss der jeweiligen Landesgesetzgebung entsprechend modifiziert werden.


Author(s):  
Tilman Wetterling ◽  
Klaus Junghanns

Abstract. Aim: This study investigates the characteristics of older patients with substance abuse disorders admitted to a psychiatric department serving about 250.000 inhabitants. Methods: The clinical diagnoses were made according to ICD-10. The data of the patients with substance abuse were compared to a matched sample of psychiatric inpatients without substance abuse as well as to a group of former substance abusers with long-term abstinence. Results: 19.3 % of the 941 patients aged > 65 years showed current substance abuse, 9.4 % consumed alcohol, 7.9 % took benzodiazepines or z-drugs (zolpidem and zopiclone), and 7.0 % smoked tobacco. Multiple substance abuse was rather common (30.8 %). About 85 % of the substance abusers had psychiatric comorbidity, and about 30 % showed severe withdrawal symptoms. As with the rest of the patients, somatic multimorbidity was present in about 70 % of the substance abusers. Remarkable was the lower rate of dementia in current substance abusers. Conclusion: These results underscore that substance abuse is still a challenge in the psychiatric inpatient treatment of older people.


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