Zusammenfassung
Fragestellung Unterscheiden sich stationär behandelte
Hyperemesis gravidarum (H.g.)-Fälle in Abhängigkeit von
einem Migrationshintergrund (MH)? Beeinflusst eine H.g den
Geburtsausgang?
Methodik Retrospektive monozentrische Datenanalyse zwischen 1997 und
2015 stationär behandelter Patientinnen mit H.g.; Erfassen von
Schwangerschaftsparametern und Daten zum Klinikaufenthalt sowie zum
Geburtsverlauf (Subgruppe).
Ergebnisse Bei 434 von 1103 stationär behandelten Schwangeren
konnte auch auf geburtshilfliche Daten zurückgegriffen werden. Der
Anteil von Frauen mit MH im H.g.-Kollektiv war überproportional
hoch, sie wurden früher in der Schwangerschaft wegen H.g.
stationär aufgenommen, waren seltener psychosozialem Stress (laut
anamnestischen Angaben) ausgesetzt. H.g.-Patientinnen insgesamt sind
jünger und haben häufiger Mehrlingsschwangerschaften. Die
Neugeborenen von H.g.-Patientinnen sind leichter (−70g), haben
weniger kongenitale Fehlbildungen (aOR 0,32, 95%CI
0,11−0,96), müssen seltener post natum auf einer
Neugeborenenstation behandelt werden (aOR 0,59, 95%CI
0,36−0,97).
Schlussfolgerung Es zeigten sich keine relevanten negativen
Auswirkungen einer H.g. auf den Geburtsausgang. Schwangere mit MH sind eine
besondere Risikogruppe für H.g