Veröffentlichungen des Instituts Wiener Kreis - Der junge Carnap in historischem Kontext: 1918–1935 / Young Carnap in an Historical Context: 1918–1935
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9783030582500, 9783030582517

Author(s):  
Eva-Maria Engelen

ZusammenfassungGegenstandes des Aufsatzes ist die gegenseitige Beeinflussung und Bezugnahme von Rudolf Carnap und Kurt Gödel in ihren jeweiligen Selbstzeugnissen während der 20er- bis 40er-Jahre des 20. Jahrhunderts. Der Vergleicht bestätigt die bisherige Forschung, der zufolge Carnap auf Gödels Arbeiten der Jahre 1930 und 1931 einigen Einfluss hatte. Er zeigt darüber hinaus, dass die beiden sich größtenteils als mathematische Logiker wahrgenommen und rezipiert haben. Nach allem, was wir bisher wissen, bleibt das so hinsichtlich Carnaps Wertschätzung für Gödels Denken. Gödel wendet sich hingegen Carnap ab 1934 auch als einem philosophischen Denker zu, dessen Philosophie eine gewisse Nähe zu der von Gottfried Wilhelm Leibniz aufweist, aber anders als letztere, von Gödel kritisch gesehen wird.



Author(s):  
Hans-Joachim Dahms
Keyword(s):  

ZusammenfassungRudolf Carnap hat nur im Vorwort zum „Logischen Aufbau der Welt“ Bemerkungen zum Verhältnis seiner wissenschaftlichen Arbeit zur Kunst und Architektur seiner Zeit veröffentlicht. Aber sein emphatisches Bekenntnis zur Moderne der 20er-Jahre hat bisher nur selten Aufmerksamkeit in der philosophiegeschichtlichen Sekundärliteratur gefunden. In meinem Beitrag versuche ich in den ersten beiden Abschnitten, seinen kulturellen Hintergrund seit seiner Schul- und Studentenzeit zu skizzieren und dann seine persönlichen Kontakte und Austauschbeziehungen mit Vorkämpfern der Moderne wie Franz Roh und Siegfried Giedion zu beschreiben. Nach diesen Vorbereitungen wird die Frage gestellt, ob und in wieweit Carnaps Philosophie selbst als ein Teil der Bewegung der Neuen Sachlichkeit verstanden werden kann oder sogar muss. Zur Beantwortung werden eine Reihe von Charakteristika dieses Zeitgeist-Phänomens aus den – gleichzeitig mit Carnaps „Aufbau“ erschienenen Werken der Genannten – herauspräpariert und dann untersucht, ob diese Kriterien sich auch im Werk Carnaps finden. Das Ergebnis ist, dass man ihn mit Fug und Recht als „Philosoph der Neuen Sachlichkeit“ bezeichnen kann.



Author(s):  
Thomas Uebel

ZusammenfassungIn einem Vortrag am Ende seiner in diesem Band untersuchten Schaffensperiode beschrieb Carnap die bisherige Entwicklung der wissenschaftlichen Philosophie und skizzierte den nächsten Schritt. Gegenstand des gegenwärtigen Aufsatzes ist die Darstellung dieser weiteren Entwicklung. Besprochen werden die Probleme, die die vormalige Erkenntnistheorie bei der “Reinigung” von metaphysischen Schlacken und unangemessenen Psychologismen zu überwinden hatte, und Carnaps Lösung, die rein logische Untersuchungen mit empirischer Wissenschaftstheorie arbeitsteilig verband und somit unterschiedlichen Ansprüchen zu genügen suchte.



Author(s):  
Peter Bernhard

ZusammenfassungHinsichtlich der Beziehungen zwischen dem Bauhaus und dem Wiener Kreis gilt Carnap als eine zentrale Figur. Tatsächlich war er mit mehreren Protagonisten des Bauhaus-Kreises über Jahrzehnte befreundet und hielt sowohl am Dessauer Bauhaus als auch am New Bauhaus in Chicago Vorträge. Dabei konnte er als Gemeinsamkeit jedoch nur die Übereinstimmung des Lebensgefühls konstatieren. Eine theoretische Fundierung der Bauhaus-Maximen schloss er vor dem Hintergrund seines nonkognitivistischen Standpunktes aus, kritisierte stattdessen sogar die Texte von Bauhäuslern als metaphysisch.



Author(s):  
Anna Brożek

AbstractIn March 1930, Alfred Tarski visited Vienna and delivered few lectures which presented the achievements of the logical branch of the Lvov-Warsaw School. Rudolf Carnap was one of the most careful listeners of these lectures. The same year, in November, Carnap, invited by the Warsaw Philosophical Society, visited Warsaw where he gave three lectures. This was an opportunity for him to meet such members the Lvov-Warsaw School as Jan Łukasiewicz, Stanisław Leśniewski, Tadeusz Kotarbiński, and others. Many years later, Carnap reminisced that he left Warsaw “grateful for many stimulating suggestions and the fruitful exchange of ideas”.In the paper, I reconstruct the details of Carnap’s visit in Warsaw based on Carnap’s diaries, reports published in the Polish Journal Ruch Filozoficzny [Philosophical Movement] and some correspondence. I also discuss some problems presented by Carnap in Warsaw lectures and compare his views to the positons of members of the Lvov-Warsaw School. These problems are: the foundations of psychology, the status of metaphysical sentences, and the character of reasoning.



Author(s):  
Thomas Mormann

ZusammenfassungDie Physikalisierung der Psychologie war für Carnap Teil eines Programms, das die Sonderstellung der Psychologie als Wissenschaft des menschlichen Denkens und Fühlens als Illusion entlarven und zeigen sollte, die Psychologie sei ein Teil der Physik wie alle anderen Wissenschaften auch. In etwas anderer Motivation zielte Carnaps Physikalismus ausserdem auf eine Überwindung der Trennung von Geistes–wissenschaften und Naturwissenschaften: Erwiese sich die Psychologie sich als physikalisierbar, wäre das ein wesentlicher Schritt für die Vereinheitlichung der Wissenschaften in Gestalt einer enzyklopädischen „Einheitswissenschaft“ überhaupt.Carnaps Argument für die Physikalisierbarkeit der Psychologie als ganzer basierte auf der These der Physikalisierbarkeit der Grafologie als zentraler Teildisziplin der Psychologie. Die Grafologie sei der begrifflich am weitesten fortgeschrittene und deshalb am ehesten physikalisierbare Teil der Psychologie. Das verdanke sie in erster Linie den wegweisenden Arbeiten Ludwig Klages’. Erweise sich die Grafologie als physikalisierbar, stehe einer durchgehenden Physikalisierung aller Wissenschaften nichts mehr im Wege.Als Episode in Carnaps philosophischer Entwicklung ist dem Grafologieprojekt bis heute kaum Aufmerksamkeit geschenkt worden. Das ist ein Versäumnis, manifestiert sich in diesem Projekt doch der allgemeine Stil des Carnapschen Philosophierens besonders deutlich, nämlich von einer sehr abstrakten und idealisierten Vorstellung von Wissenschaft ausgehend weitreichende philosophische Folgerungen zu ziehen.



Author(s):  
Johannes Friedl

AbstractThe rejection of metaphysical questions is a constant in Carnap’s thought. The first part of the paper delves into the question of the basic tenets of Carnap’s anti-metaphysics. Tying up to the accounts of authors like Michael Friedman and Werner Sauer, the author examines the relation between verificationism and so-called logical criteria, arguing not only that verificationism is secondary, but that the integration of both instruments in Carnap’s early philosophy faces difficulties. The second part focuses on the application of these instruments to the realism/idealism dispute. The author tries to show that Carnap’s position in the Aufbau is neither neutral in regard to traditional aspects of this dispute nor stable in itself, but (in different respects) involves concessions to both realism and idealism. In historical perspective, it is shown that almost all of the issues of the famous protocol-sentence debate are already present in unfolding young Carnap’s treatment of the problem of realism.



Author(s):  
Christian Damböck
Keyword(s):  

ZusammenfassungDer logische Aufbau der Welt wurde 1928 publiziert, zwei Jahre nachdem Carnap sich in Wien mit dem Manuskript des (danach in gekürzter und bearbeiteter Form publizierten) Buches habilitiert hatte. Entstanden ist Carnaps Buch jedoch in einer Zeit, in der dieser noch nicht in Wien tätig war. Die Niederschrift erfolgte im Jahr 1925 in Buchenbach bei Freiburg; die Vorgeschichte reicht zurück bis ins Jahr 1920. Wie viel Wien oder Wiener Kreis steckt also eigentlich im Aufbau? Wie sehr spiegelt der Aufbau umgekehrt die philosophische Situation in Carnaps frühem Umfeld in Jena und Freiburg wieder? Ist der Aufbau ein Stück österreichische oder ein Stück deutsche Philosophie oder beides? Um diese Fragen auf einer soliden empirischen Grundlage beantworten zu können, wird hier das vorhandene Material ausgewertet, das die Entstehung von Carnaps Buch dokumentiert. Dabei handelt es sich, neben (a) den publizierten Texten Carnaps aus dieser Zeit, um folgende Quellen: (b) Carnaps Tagebücher und Leselisten, (c) verschiedene Briefwechsel, (d) Manuskripte und Fragmente aus den Nachlässen von Carnap, Hans Reichenbach, Moritz Schlick, Franz Roh und anderen.



Author(s):  
Fons Dewulf

AbstractIn this paper I argue that Carnap in the Aufbau and in his later writings consistently conceives the humanities and the social sciences as domains of knowledge that are epistemically equal to the natural sciences. I show that Carnap was skeptical about the philosophical theories of Dilthey, Rickert and Windelband which aimed to distinguish the natural sciences from the humanities through a logical criterion. Although Carnap in the Aufbau integrated some terminology from Dilthey, Windelband and Rickert, he never accepted their philosophical questions about the humanities as legitimate. In his later writings, following Otto Neurath, he openly distanced himself from terminology that could be associated with such questions, and he never again spoke in a programmatic fashion about cultural concepts, like he had done in the Aufbau.



Author(s):  
Adam Tamas Tuboly

AbstractIn 1949, Philipp Frank claimed that he and Rudolf Carnap built up a new center for the scientific world conception in Prague between 1931 and 1935. The aim of this paper is to provide historical evidence and further materials to approach this claim of Frank. Definite answers, however, require more space and contextualization, so I will just sketch some partial but hopefully promising narratives and rudimentary answers. I claim that though Carnap and Frank indeed tried to build a new center, they were unsuccessful, and possibly there were many reasons for this. This is the general claim; regarding Carnap, I will also show his way to the German University of Prague and his philosophical, scholarly, and cultural life in Prague.



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