<p align="justify">Polare Stratosph&#228;renwolken (PSCs) spielen eine wichtige Rolle beim Ozonabbau in den Polarregionen. Zum einen leisten sie einen Beitrag zur Aktivierung von Chlor aus den Reservoirspezies (z.B. HCl und ClONO<sub>2</sub>) und zum anderen verursachen sie eine Denitrifizierung der unteren Stratosph&#228;re. Wegen dem zweiten Punkt sind gerade sogenannte NAT-PSCs von sehr gro&#223;er Bedeutung, da gro&#223;e NAT-Teilchen st&#228;rker sedimentieren und somit effektiv HNO<sub>3</sub> aus oberen Schichten der Atmosph&#228;re nach unten transportieren. Aufgrund der Komplexit&#228;t der Vorg&#228;nge sind Modellrechnungen schwierig und h&#228;ufig werden Parametrisierungen in den Simulationen verwendet. Um die Prozesse genauer zu verstehen und die Modelle zu verbessern, sind detaillierte Messungen von gro&#223;er Bedeutung.</p>
<p align="justify">Infrarot Limb-Emissionsmessungen sind hervorragend geeignet, um PSCs zu detektieren und die unterschiedlichen Typen (Supercooled Ternary Solution (STS), Nitric Acid Trihydrate (NAT) und Eis) zu unterscheiden. Mit Hilfe vieler Strahlungstransportsimulationen f&#252;r eine Flugzeuggeometrie konnten wir eine neue, verbesserte Methode entwickeln, die es nun zum ersten Mal erlaubt NAT-PSCs auch in verschiedene Gr&#246;&#223;enklassen einzuteilen. Die Gr&#246;&#223;enklassen sind (unter Annahme sph&#228;rischer Teilchen) sNAT (Median-Radius r &#8804; 1.0 &#181;m), mNAT (1.0 &#181;m < r < 4.0 &#181;m) und lNAT (r &#8805; 3.5 &#181;m). Die Detektion basiert dabei auf der gr&#246;&#223;enabh&#228;ngigen &#196;nderung einer charakteristischen spektralen Signatur, die durch NAT-Teilchen verursacht wird. Die Signatur &#228;ndert sich mit zunehmender Teilchengr&#246;&#223;e von einem Peak bei 820 cm<sup>-1</sup>, &#252;ber einen verschobenen Peak (zu kleineren Wellenzahlen) hin zu einer stufenf&#246;rmigen Signatur. Die &#196;nderung wird durch steigende Beitr&#228;ge der Streuung zur Gesamtextinktion hervorgerufen. Die eigentliche Methodik basiert dann auf einfachen Strahlungsdichteverh&#228;ltnissen in unterschiedlichen Wellenzahlbereichen.</p>
<p align="justify">Analysen von Messdaten des flugzeuggetragenen Instruments CRISTA-NF (CRyogenic Infrared Spectrometers and Telescope for the Atmosphere &#8211; New Frontiers) zeigen die einfache, schnelle und gut funktionierende Anwendbarkeit der Methode. So wurden z.B. im Januar 2010 w&#228;hrend der RECONCILE Kampagne eindeutig PSCs mit mittelgro&#223;en NAT-Teilchen beobachtet. Die einfache Art der Methodik l&#228;sst sich auch sehr gut auf andere Infrarot Limb-Emissionsmessinstrumente wie z.B. das Satelliteninstrument MIPAS-Env &#252;bertragen.</p>