mikrobiologische diagnostik
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2021 ◽  
Author(s):  
Ursel Heudorf ◽  
Martin Weindel ◽  
Florian Wagenlehner

Zusammenfassung Hintergrund Angesichts zunehmender bakterieller Resistenzen wird eine sachgerechte, zurückhaltende Antibiotikatherapie (antibiotic stewardship) immer wichtiger, auch in der niedergelassenen Praxis. Für die Behandlung der unkomplizierten Harnwegsinfektionen liegt eine aktuelle S3-Leitlinie vor, die auch regelmäßige epidemiologische Untersuchungen zur Erregerempfindlichkeit orts- und zeitnah durchzuführen empfiehlt. Vor diesem Hintergrund wurden die Antibiotikaverordnungen der niedergelassenen Ärzte in Hessen untersucht und der Sensitivität der wichtigsten Erreger von Harnwegsinfektionen gegenübergestellt. Material und Methode Die Verordnungsdaten für Antibiotika (ATC J01) für den Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen wurden von der Firma Insight Health GmbH & Co. KG, Waldems-Esch, die die Daten verwaltet, für die Jahre 2013 bis 2020 erhalten. Ein großes Labor, das zahlreiche niedergelassene Ärzte der Rhein-Main-Region versorgt, stellte bis 2016 nach CLSI und ab 2017 nach EUCAST getestete Sensibilitätsdaten aus mikrobiologischen Untersuchungen von Urinproben zur Abklärung ambulant erworbener Harnwegsinfektionen aus den Jahren 2011–2020 zur Verfügung. Ergebnisse Von 2013 bis 2020 nahmen die Antibiotika-Verordnungen insgesamt von 2 692 370 auf 1 708 134 ab (minus 37 %). Die Verordnungen an Cephalosporinen wurden um mehr als 40 % reduziert, die der Chinolone um 76 %. Unter den für Harnwegsinfektionen empfohlenen Antibiotika wurde am häufigsten Fosfomycin eingesetzt (2020: 130 476), gefolgt von Co-Trimoxazol (2020: 96 559), Nitrofurantoin (2020: 37 415), Trimethoprim (2020: 27 388), Pivmecillinam (20 984) und Nitroxolin (6818). Urologen hingegen verordneten am häufigsten Nitrofurantoin (2020: 9951) und Co-Trimoxazol (9772), gefolgt von Fosfomycin (7193), Trimethoprim (5050), Nitroxolin (3289) und Pivmecillinam (2722).Trotz des hohen Einsatzes von Fosfomycin in der ambulanten Medizin ist bei E. coli und Citrobacter spp. kein Sensibilitätsverlust erkennbar, bei Proteus mirabilis und S. aureus zeichnet sich ein geringer, bei Enterobacter cloacae ein deutlicher Wirkungsverlust ab. Die aus Urinproben zur Abklärung von komplizierten Harnwegsinfektionen detektierten E. coli-Stämme zeigen weiterhin eine exzellente Sensitivität für Fosfomycin, Nitrofurantoin, Nitroxolin und Mecillinam (> > 90 %), für Trimethoprim lag sie knapp unter 80 %. Diskussion und Schlussfolgerung Die Abnahme der Antibiotika-Verordnungen der Kassenärzte in Hessen zeigt, dass sich die Bedeutung einer zurückhaltenden Antibiotikatherapie auch in der ambulanten Praxis durchsetzt. Auf Co-Trimoxazol, das weiterhin sehr häufig eingesetzt wird, sollte wegen der erhöhten Nebenwirkungen der Sulfonamidkomponente bei gleicher Wirksamkeit von Trimethoprim zugunsten der Monotherapie mit Trimethoprim verzichtet werden. Die aus Urinproben zur Abklärung von komplizierten Harnwegsinfektionen detektierten E. coli-Stämme wiesen gegenüber Trimethoprim eine Sensitivität von knapp unter 80 % auf. Da bei unkomplizierten ambulant erworbenen Harnwegsinfektionen, die üblicherweise keine mikrobiologische Diagnostik erfordern, eine etwa 10 % bessere Sensitivitätsrate gefunden wurde, kann u. E. in Übertragung dieser Beobachtung im Rhein-Main-Gebiet und in Hessen auch Trimethoprim bei unkompliziertem Harnwegsinfektion weiterhin empirisch eingesetzt werden.



Author(s):  
Dietmar Reitgruber ◽  
Johann Auer


2021 ◽  
pp. 91-107
Author(s):  
Frieder Schaumburg ◽  
Susanne Hauswaldt


Author(s):  
Aris Koryllos ◽  
Corinna Ludwig ◽  
Erich Hecker ◽  
Gunda Leschber

Zusammenfassung Einleitung Die anatomische Lungenresektion zur kurativen Behandlung einer malignen Grunderkrankung ist die am häufigsten durchgeführte elektive Operation in der onkologischen Thoraxchirurgie. Ziel dieses Projektes war die Erarbeitung eines Konsenses bez. der am häufigsten gestellten Fragen zum Thema perioperatives Management für elektive onkologische Lungenresektionen. Methodik Die Arbeitsgruppe erarbeitete 2 elektronische Delphi-Fragerunden. Als Konsens wurde eine Übereinstimmung in ≥ 75% definiert. Nach der statistischen Auswertung der Ergebnisse der elektronischen Fragerunde erfolgte eine Expertenkonferenz, die in einer finalen Delphi-Abstimmung versucht hat, weiteren Konsens über strittige Themen zu erreichen. Ergebnisse 14 Fragen bez. des perioperativen Managements für elektive onkologische Lungenresektionen konnten formuliert und abgestimmt werden. Konsens konnte für folgende Themen erreicht werden: präoperatives infektiologisches Screening, erweiterte lungenfunktionelle Diagnostik bei eingeschränkter Lungenfunktion, Verwendung eines validierten Cardiac-Risk-Assessment-Algorithmus, Überwachung des Patienten postoperativ, Thromboembolieprophylaxe, Kontrollbronchoskopie nach Bronchusmanschettenresektionen oder nach Pneumonektomie sowie Blutgasanalyse vor Entlassung. Für folgende Themen konnte kein Konsens erreicht werden: präoperative endobronchiale mikrobiologische Diagnostik, Spülung der Thoraxhöhle, standardisierte laborchemische Untersuchungen postoperativ. Fazit Die vorliegende Arbeit fasste die Ergebnisse eines Delphi-Prozesses zusammen, der 2018/2019 mit Experten aus zertifizierten Kliniken oder hochvolumigen thoraxchirurgischen Einheiten geführt wurde. Insgesamt zeigte sich eine sehr hohe Konsensrate bez. des perioperativen Managements bei onkologischen anatomischen selektiven Lungenresektionen. Die präoperative mikrobiologische endobronchiale Diagnostik war der Hauptpunkt, wo ein Konsens nicht erreicht werden konnte.



2020 ◽  
Vol 04 (01) ◽  
pp. 39-42
Author(s):  
Susanne Feihl

ZusammenfassungDie Implantatlockerung ist eine klinisch relevante Komplikation nach operativer Stabilisierung der Wirbelsäule. Neben biomechanischen Gründen wird die chronische Infektion als Ursache diskutiert. Eine differenzialdiagnostische Unterscheidung ist oft schwierig, da diese sog. „low-grade“-Infektionen durch niedrig virulente Mikroorganismen ausgelöst werden und sich häufig mit einer subtilen klinischen Symptomatik manifestieren. Der Erregernachweis mit konventionellen mikrobiologischen Verfahren ist durch die Ausbildung eines Biofilms auf der Implantatoberfläche erschwert. Die Diagnosestellung der „low-grade“-Infektionen ist daher eine besondere Herausforderung und erfordert den richtigen Einsatz und die adäquate Interpretation verschiedener diagnostischer Verfahren. Mit der Sonikation kann der Biofilm von Implantaten abgelöst und die Sensitivität der mikrobiologische Diagnostik verbessert werden. Für eine erfolgreiche Therapie Implantat-assoziierter Infektionen ist neben der diagnostischen Aufarbeitung ein abgestimmtes operatives und antibiotisches Vorgehen wichtig. Nach der Entlassung aus dem stationären Bereich sollte eine weitere Anbindung an das Zentrum und der Austausch mit den ambulant/weiterbetreuenden Kollegen gewährleistet sein.



2019 ◽  
pp. 21-38
Author(s):  
Steffen Höring ◽  
Bettina Löffler


2018 ◽  
Vol 18 (06) ◽  
pp. 400-406
Author(s):  
M. Prelog

ZusammenfassungHNO-Infektionen stellen eine der häufigsten Ursachen (70 %) für die Vorstellung beim Pädiater dar. Unkomplizierte obere Atemwegsinfektionen imponieren oft als Rhinitis, Pharyngitis oder Laryngitis und werden zu 90–95 % durch etwa 200 verschiedene Viren verursacht, wobei Rhinoviren, Respiratory-syncitial-(RS)-, Influenza-, Parainfluenza, Adeno-, Coronaviren, humanes Metapneumovirus, Enteroviren und das humane Boca-virus zu den häufigsten Erregern gehören. Von den 5–10 % bakteriell verursachten Infektionen sind als häufigste Erreger Str. pneumoniae, H. influenzae, M. catarrhalis, St. aureus und Str. pyogenes zu nennen. Die Diagnose ist eine Zusammenschau aus Anamnese, klinischer Befunde und der epidemiologischen Situation, eine mikrobiologische Diagnostik ist selten gerechtfertigt. Die Behandlung erfolgt meist symptomatisch, bei bakteriellen Infektionen häufig antibiotisch. Risikofaktoren für einen komplizierten Verlauf sind das erste Lebensjahr, Frühgeburtlichkeit, Immundefekte und schwere chronische Krankheiten. Als Prophylaxe steht die Vermeidung der Erregertransmission (Tröpfchen oder Schmierinfektion) im Vordergrund.



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