forensische psychiatrie
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2021 ◽  
Vol 89 (11) ◽  
pp. 543-543

Matthias Bormuth, Andreas Heinz und Markus Jäger wollen als Herausgeber der Reihe „Horizonte der Psychiatrie und Psychotherapie – Karl Jaspers Bibliothek“ die vielfältigen Zugangswege zum psychisch kranken Menschen in knappen Überblicken prägnant darstellen und die aktuelle Bedeutung der verschiedenen Ansätze für das psychiatrisch-psychotherapeutische Denken und Handeln aufzeigen. Erfreulicherweise ist es ihnen gelungen, Manuela Dudeck, Lehrstuhlinhaberin für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Ulm und Ärztliche Direktorin der gleichnamigen Klinik am BKH Günzburg dafür zu gewinnen, die Forensische Psychiatrie „interdisziplinär“ im 5. Band dieser Reihe zu beleuchten. Die Forensische Psychiatrie und Psychotherapie stellt ein eigenständiges medizinisches Fachgebiet dar, das sich in den letzten 20 Jahren intensiv mit der Diagnostik und Behandlung psychischer Störungen bei Straftätern unter einem klaren Risikomanagement beschäftigt und dabei von vielen – insbesondere geisteswissenschaftlichen Disziplinen – beeinflusst wird. Bereits die ideengeschichtliche Auseinandersetzung mit dieser Thematik zeigt, dass der Umgang mit psychisch kranken Straftätern wesentlich vom vorherrschenden Menschenbild und den jeweiligen Gesellschaftsformen abhängig ist.



ergopraxis ◽  
2021 ◽  
Vol 14 (10) ◽  
pp. 40-45
Author(s):  
Harald Kolbe

Stimmen hören, Personen sehen, sich immer wieder verfolgt fühlen – die Wahrnehmungen von Menschen, die an Psychose erkrankt sind, können Außenstehende oft nicht nachvollziehen. Eine Psychose-Simulation macht es möglich, diese Symptome am eigenen Leib zu erleben und somit neue Handlungskompetenzen im Umgang mit Betroffenen zu entwickeln. Ein digitales Lernangebot der LWL-Akademie für Forensische Psychiatrie.



2021 ◽  
Vol 48 (06) ◽  
pp. 329-330


2021 ◽  
Vol 15 (1) ◽  
pp. 13-19
Author(s):  
Steffen Lau

ZusammenfassungDie Veränderungen zur Klassifizierung schizophrener Psychosen in der Revision der ICD (International Classification of Diseases) gehen nicht mit einer grundsätzlichen Veränderung der bekannten Konzepte einher. Die Beurteilung der psychiatrischen Voraussetzungen der Schuldfähigkeit wird kaum beeinflusst. Die Aufgabe der Subtypen der Schizophrenie ist jedoch möglicherweise mit der Gefahr verbunden, dass die besonderen und individuellen Verläufe bei Betroffenen mit schizophrenen Psychosen in ihrem Variantenreichtum nicht mehr bekannt sein und wahrgenommen werden. Dies ist insbesondere problematisch in Fällen, in denen die psychotische Erkrankung nicht in dem weit verbreiteten und bekannten Phänomen „paranoid-halluzinatorisches Syndrom“ mündet, sondern eher mit Verhaltensauffälligkeiten einhergeht oder mit Veränderungen des Affektes, sprich den hebephrenen Verläufen. Die forensische Psychiatrie ist gefordert, das Wissen um solche Verläufe aktiv zu fördern, um jugendliche Straftäter, bei denen Psychopathologie mit „normalen“ Besonderheiten der Entwicklung verschränkt ist, adäquat als im Sinne der §§ 20 und 21 StGB „krankhaft seelisch gestört“ zu identifizieren und ihre sachgerechte forensisch-psychiatrische Beurteilung zu gewährleisten.



Author(s):  
Theo R. Payk ◽  
Martin Brüne


PPH ◽  
2021 ◽  
Vol 27 (01) ◽  
pp. 44-50
Author(s):  
Harald Joachim Kolbe

Stimmen hören, Gegenstände oder Personen sehen, sich ständig beobachtet oder verfolgt fühlen – die Wahrnehmungen von Menschen, die an Schizophrenien und Psychose erkrankt sind, sind für Außenstehende oft nicht nachvollziehbar. Bis jetzt, denn die Psychose-Simulation von Labyrinth Psychotica hilft, diese Symptome am eigenen Leib zu erleben und dadurch neue Handlungskompetenzen im Umgang mit Betroffenen zu entwickeln. Wie dies konkret funktioniert, wird am Beispiel einer Veranstaltung der LWL-Akademie für Forensische Psychiatrie (AFoPs) vorgestellt.



2021 ◽  
Vol 33 (2) ◽  
pp. 159-172
Author(s):  
Norbert Nedopil ◽  
Kolja Schiltz

Pädosexuelle Internetpornographie und Kindsmissbrauch im Internet werden immer häufiger aufgedeckt. Über die dadurch verursachten Schäden bei den Opfern wissen wir relativ wenig; die Täter bleiben wegen der Anonymität und der grenzüberschreitenden Aktivität im Internet oft unentdeckt. Das Phänomen gewinnt nicht nur für Polizei und Justiz zunehmende Bedeutung sondern auch für die forensische Psychiatrie. Schuldfähigkeitsbegutachtungen, Risikoeinschätzungen, Behandlungs- und Präventionsmöglichkeiten gehören auch bei diesen Tätern zu den wesentlichen Aufgaben, aber auch die vorbeugende Betreuung bei jenen, die sich selber in der Gefahr sehen, derartige Straftaten zu begehen. Um diese Ziele zu erreichen, ist es erforderlich, das aktuelle Wissen über die Verbreitung der Delinquenz, die Motivationen und das Bedingungsgefüge für Tatbegehungen, die Umstände, unter denen die Delinquenz von statten geht, und die Methoden der Prävention zu kennen. Der Artikel versucht den aktuellen Wissenstand zusammen zu fassen und daraus Schlussfolgerungen für die Schuldfähigkeitsbeurteilung, die Risikoerfassung und die Behandlung und Prävention bei identifizierten Tätern, aber auch bei jenen, die vorsorgend eine Therapie suchen, abzuleiten.



Author(s):  
Daniel Turner ◽  
Daniel Schöttle ◽  
Peer Briken

ZusammenfassungMenschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung zeigen die gesamte Vielfalt sexueller Fantasien und sexuellen Verhaltens ebenso wie ihre nichtbetroffenen Peers. Dennoch finden sich auch einige Besonderheiten in sexuellem Erleben und Verhalten bei Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung, die größtenteils auf die störungsspezifischen Symptome zurückzuführen sind. Hierzu zählen eine höhere Diversität bezüglich der eigenen sexuellen Orientierung sowie des eigenen Geschlechtsrollenverständnisses, aber auch Probleme im Hinblick auf das Eingehen von festen Partnerschaften oder im Hinblick auf die eigene sexuelle Funktionsfähigkeit. Darüber hinaus finden sich bei manchen Personen mit einer Autismus-Spektrum-Störung (insbesondere bei Männern) Hinweise auf das Vorliegen hypersexueller Verhaltensweisen sowie paraphiler sexueller Fantasien und Verhaltensweisen. Bisher existieren keine empirischen Befunde, die nahelegen, dass eine Autismus-Spektrum-Störung einen Risikofaktor für allgemeine oder sexuelle Straffälligkeit darstellt. Basierend auf Fallstudien wurden jedoch einige Erklärungsansätze publiziert, die beschreiben, wie in einigen wenigen Fällen die autismusspezifische Symptomatik mit zu der Begehung einer Straftat beigetragen haben könnte, was auch bei der Schuldfähigkeitsbegutachtung Berücksichtigung finden könnte. Hierzu zählen eine fehlende Opferempathie, das Vorliegen kognitiver Verzerrungen oder defizitäre Kommunikations- und Interaktionsfertigkeiten. Straftäter mit einer Autismus-Spektrum-Störung sollten individuell auf sie zugeschnittenen psycho- und pharmakotherapeutischen Interventionen zugeführt werden, um eine erneute Straffälligkeit im besten Falle zu verhindern.



2020 ◽  
Vol 14 (3) ◽  
pp. 259-269
Author(s):  
Fanny de Tribolet-Hardy ◽  
Andreas Hill ◽  
Elmar Habermeyer

Zusammenfassung Die forensische Psychiatrie sieht sich mit einem neuen Phänomen der Internetsexualdelinquenz konfrontiert, dem „webcam child sexual abuse“ (WCSA), der mittels des Internets erfolgenden Anstiftung zur sexuellen Ausbeutung von Minderjährigen. Der Begriff umfasst jegliche Form sexueller Ausbeutung von Minderjährigen per Internet-Livestream, wobei das Spektrum der übertragenen Handlungen vom Posieren bis hin zu sexuell-sadistischen Übergriffen reicht. Während Schätzungen des Kinderhilfswerkes Terre des Hommes seit 2009 auf eine hohe Prävalenz solcher Handlungen verweisen, stieg die Zahl der Verurteilungen wegen WCSA erst in den letzten Jahren an. Die Anonymität des Internets und das weitgehende Fehlen von Datenspuren erschweren nicht nur die Überführung der Täter, sondern bergen auch Herausforderungen für die forensisch-psychiatrische Begutachtung. Anhand von WCSA-Fällen in der hiesigen Gutachtenstelle erfolgen Überlegungen zur kriminologischen Einordnung der Tathandlungen sowie zu Herausforderungen im Rahmen des Begutachtungsprozesses. Mithilfe einer idealtypischen Kasuistik werden Hypothesen zur Fallkonzeption gebildet und daraus Empfehlungen für die diagnostische Einordnung, Beurteilung der Einsichts- und Steuerungsfähigkeit, Prognose und Behandlung abgeleitet.



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