hatte eine
Recently Published Documents


TOTAL DOCUMENTS

58
(FIVE YEARS 5)

H-INDEX

6
(FIVE YEARS 0)

medialex ◽  
2021 ◽  
Author(s):  
Franz Zeller

Das Berichtsjahr stand erneut im Zeichen einer reichhaltigen Strassburger Rechtsprechung, die durch kommunikationsgrundrechtlich erwähnenswerte Entscheide des Bundesgerichts ergänzt wurde. Besonders fällt die Zunahme der Gerichtsurteile im Bereich der Hassrede (hate speech) auf. Neue Entwicklungen sind sodann im Bereich unerschrockener Kritik an den Verantwortlichen für (vermutliche) häusliche Gewalt und auch im Bereich wirksamer staatlicher Massnahmen gegen Cyberviolence, einer häufigen Form häuslicher Gewalt, auszumachen. Zugenommen haben Urteile zur gesetzlichen Grundlage, die eine unabdingbare Voraussetzung für die Beschränkung freier Kommunikation (Art. 10 Abs. 2 EMRK) darstellt. Die Vorgaben des Gesetzgebers waren auch ein wichtiger Aspekt in einem der beiden Schweizer Fälle zu Art. 10 EMRK, die der EGMR 2020 beurteilte. Das Bundesgericht hatte eine Durchbrechung des Quellenschutzes im Falle eines Berichts über einen Dealer zugelassen, was der EGMR bemängelte. Im anderen Schweizer Fall hatte sich der Gerichtshof mit dem Zwang zur Ausstrahlung eines die SRG kritisierenden Werbespots zu befassen.



2021 ◽  
Vol 53 (04) ◽  
pp. 259-259

Material und MethodenAn der randomisierten, dreifach verblindeten, placebokontrollierten Studie nahmen 166 gesunde Jugendliche (12–18 Jahre) teil. Einschlusskriterium war eine Behandlung mit festsitzenden Oberkieferapparaturen von mindestens 12 Monaten. Der Testlack Protector S enthielt 7700 ppm Fluorid, als Ammoniumfluorid, gelöst in Ethanol, Wasser und Acrylatpolymer. Alle Patient*innen wurden alle sechs Wochen zur Drahtanpassung und zur mechanischen Entfernung des Biofilms untersucht. Am Ende jedes Besuchs trug das Klinikpersonal entweder den Test oder den Placebolack auf. Die Lacke wurden 1 Minute trocknen gelassen und die Probanden wurden angewiesen, danach 60 Minuten weder zu essen noch zu trinken. Beide Lacke hatten einen milden Minzgeschmack und der Placebolack hatte eine identische Zusammensetzung mit Ausnahme des Ammoniumfluorids. Die Fotos vor und nach der Behandlung wurden auf eine Leinwand in einem dunklen Raum projiziert. Die bukkalen Oberflächen der oberen Schneidezähne, Eckzähne und Prämolaren wurden wie folgt bewertet: 1=keine Bildung von weißen Flecken; 2=leichte weiße Fleckenbildung (dünner Rand); 3=übermäßige Bildung von weißen Flecken (dickere Bänder); 4=Bildung von weißen Flecken mit Kavitation.



2021 ◽  
Author(s):  
Peter Rolf Issing ◽  
Srebrena Atanasova-Koch ◽  
Jessica Schneider ◽  
Christian Issing

Zusammenfassung Einleitung Die Versorgung von Patienten mit chronischer Mittelohrentzündung oder vorliegender Radikalhöhle mit einem Cochlea-Implantat (CI) ist eine besondere Herausforderung. Die subtotale Petrosektomie (STP) stellt eine Möglichkeit dar, das Vorgehen sicherer zu machen. Material und Methoden Es handelt sich um eine retrospektive Untersuchung von Patienten, die vor ihrer CI-Versorgung eine STP erhalten haben. Ergebnisse Es wurden 25 Patienten eingeschlossen, bei denen insgesamt 26-mal meist 2-zeitig eine STP in der Regel etwa 6 Monate vor der CI-Operation erfolgte. Die Mehrheit der Patienten hatte eine chronische Mittelohrentzündung oder eine vorbestehende Radikalhöhle; bei einem Patienten zwang eine komplexe Felsenbeinfraktur mit Zerstörung des äußeren Gehörgangs zu dieser Methode. Nach der STP beobachteten wir 3-mal eine Wundheilungsstörung am Verschluss des äußeren Gehörgangs sowie eine Nachblutung an der Entnahmestelle des Bauchfetts in 2 Fällen. Alle Patienten konnten implantiert werden. Ein Rezidvcholesteatom ist bislang nicht aufgetreten. Schlussfolgerung Mit dieser Vorgehensweise ist eine CI-Versorgung auch bei simultan bestehender Otitis media chronica oder vorliegender Radikalhöhle möglich. Wir favorisieren ein 2-zeitiges Vorgehen, wobei eine simultane STP und CI-OP auch vertretbar ist.



2021 ◽  
Vol 70 (1) ◽  
pp. 34-39
Author(s):  
A. Follmann ◽  
H. Schröder ◽  
G. Neff ◽  
R. Rossaint ◽  
F. Hirsch ◽  
...  

ZusammenfassungDie Telemedizin ist in einigen Regionen Deutschlands bereits fester Bestandteil des Rettungsdienstes. Dieser Fallbericht handelt von einem Telenotarzteinsatz, bei dem die initiale Telekonsultation durch eine an der Einsatzstelle befindliche Notärztin erfolgte. Der Patient hatte eine lebensbedrohliche ventrikuläre Tachykardie mit zunehmender Kreislaufinstabilität. Dies stellte für die noch unerfahrene Notärztin eine extrem herausfordernde Einsatzsituation dar. Sie entschied sich, telemedizinische Unterstützung in Anspruch zu nehmen. So konnte sie angeleitet werden, bei dem instabilen Patienten einen i.o.-Zugang, eine medikamentöse Therapie und eine elektrische Kardioversion durchzuführen. Die Zusammenarbeit mit dem Telenotarzt ermöglichte der noch unerfahrenen Notärztin, eine leitlinienkonforme Therapie durchzuführen sowie den Patienten zeitnah stabilisiert ins Krankenhaus zu transportieren.



2021 ◽  
Author(s):  
◽  
Jan-Erik Hornung
Keyword(s):  

RNA ist vor allem als Vermittler von Erbinformationen bekannt. Doch neben der Translation in Proteine ist sie auch maßgeblich an regulatorischen Prozessen in der Zelle beteiligt. So kommen in vielen Organismen Argonautenproteine vor, die zusammen mit microRNA einen Komplex bilden, der in der Lage ist, mRNA zu spalten oder auf andere Weise deren Translation zu unterdrücken. Da die Deregulierung von microRNA bei verschiedenen Krankheiten wie Krebs, Parkinson oder Alzheimer auftritt, wurden in dieser Arbeit Alkylanzien entwickelt, die zur besseren Inhibierung von microRNA beitragen sollen. Als Alkylierungsmittel wurden ortho-Chinonmethide verwendet, die zunächst in geschützter Form synthetisiert wurden und nach Aktivierung mit einer Nukleobase reagieren können. Für die Erkennung der miRNA-Sequenz wurden diese zu einem Konjugat mit Peptid-Nukleinsäuren (PNAs) verbunden. Es wurden zwei Arten von Chinonmethid-Präkursoren hergestellt: Mit o Nitrobenzyl photolabil geschützte, die sich mit Licht der Wellenlänge 365 nm aktivieren lassen, und über ein Disulfid geschützte, die mithilfe eines Reduktionsmittels aktiviert werden. Die photolabil geschützten Derivate lassen sich damit gezielt örtlich und zeitlich aktivieren. Vom reduktiv aktivierbaren Präkursor wurden drei Derivate mit sterisch unterschiedlichen Resten am Disulfid (Benzyl-, Isopropyl- oder tert-Butyl-Rest) hergestellt, die einen Einfluss auf die Kinetik der Entschützung haben. Diese Derivate können nach Eintritt in eine Zelle durch die dort vorherrschende hohe Glutathion-Konzentration aktiviert werden, während sie extrazellulär unreaktiv sind. Zunächst wurde die Kinetik eines photolabil geschützten Konjugats ohne RNA untersucht. Hier kommt es nach Bestrahlung zur Selbstalkylierung, bei der die Nukleobasen der PNA angegriffen werden. Bei 37 °C erfolgte dies mit einer Halbwertszeit von 0.43 h unter Annahme einer Reaktion 1. Ordnung. Die Kinetik der Alkylierung der komplementären RNA ließ sich durch zwei parallel ablaufende Reaktionen 1. Ordnung abbilden. Die Schnelle hatte eine Halbwertszeit von 0.42 h und die Langsame 11 h mit einer Ausbeute von 73 % nach 168 h. Bei Bestrahlung des Konjugats und erst anschließender Zugabe der RNA wurde ebenfalls eine Halbwertszeit von 11 h bei einer einzelnen Reaktionen 1. Ordnung erhalten. Dies lässt sich mit der Reversibilität mancher Reaktionsprodukte erklären. Die schnelle Reaktion entspricht der direkten Reaktion des Chinonmethids mit der RNA, die langsame entsteht durch Umlagerung von reversiblen Addukten. Die Analyse der RNA-Alkylierung erfolgte mithilfe von denaturierender Polyacrylamid-Gelelektrophorese, bei der in Abhängigkeit der Gel-Temperatur scheinbar unterschiedliche Kinetiken gemessen wurden. Dies ist ebenfalls eine Folge der Reversibilität. Bei 57 °C kann ein Teil der Bindungen zwischen RNA und den Konjugaten brechen und es wird am Anfang der Reaktion eine geringere Ausbeute gemessen als bei 25 °C Geltemperatur. Die Ausbeute nach 168 h änderte sich jedoch nicht, da im Verlauf der Reaktion die reversiblen Addukte in irreversible umgewandelt werden. Mit miRNA-20a als Ziel wurden mit einem 10mer Konjugat zunächst nur 13 % Ausbeute nach 72 h und mit einem 15mer Konjugat 41 % nach 75 h erreicht. Durch internen Einbau des Chinonmethid-Präkursors in die PNA, sodass es einem Adenosin der RNA gegenübersteht, konnte die Ausbeute auf 75 % nach 72 h gesteigert werden, da Adenosin bevorzugt alkyliert wird. Bei den reduktiv aktivierbaren Chinonmethid-Präkursoren waren alle synthetisierten Konjugate in Puffer ohne Glutathion (GSH) stabil. Die Reihenfolge der Reaktionsgeschwindigkeit der Disulfidspaltung war bei 0.5 mM und 10 mM GSH: Benzyl > Isopropyl > tert-Butyl. Die Halbwertszeit bei 10 mM GSH betrug weniger als 5 min (Benzyl-Konjugat) bis 2 h (t Butyl Konjugat). Jedoch bildeten sich mit allen Konjugaten bei 10 mM GSH auch Addukte mit GSH. Die Reaktivitätsreihenfolge blieb bei der Alkylierung von RNA erhalten. Allein das Benzyl-Konjugat erreichte bei einer GSH-Konzentration von 0.5 mM schon die gleiche Reaktionsgeschwindigkeit wie das photolabil geschützte Chinonmethid. Bei 10 mM GSH erreichten die Derivate zwar nach wenigen Stunden ihre maximale Ausbeute, diese betrug jedoch nur 23 % (tert-Butyl-Konjugat) bis 43 % (Benzyl-Konjugat), da die Chinonmethide auch durch GSH als Nukleophil abgefangen werden. Mit einem Konjugat, das ein photolabiles Chinonmethid sowie Biotin trägt, wurde ein Fluoreszenzpulldown mit Cy5-markierter RNA durchgeführt. Hier zeigte die bestrahlte Probe eine deutlich höhere Fluoreszenz (6.8x), als eine unbestrahlte Vergleichsprobe. Bei einem Pulldown-Versuch mit miRNA-20a bzw. mit RISCs aus HeLa-Zelllysat konnte das Argonautenprotein jedoch nicht eindeutig mittels Westernblot nachgewiesen werden. Anhand des reduktiv aktivierbaren Benzyl-Konjugats konnte gezeigt werden, dass sich das Konjugat in Zelllysat zersetzt und nur ein Teil zu Addukten mit Nukleobasen reagiert. Die Ursache wurde in der hydrolyselabilen Abgangsgruppe gesehen, sodass weitere photolabil geschützte Derivate mit Dimethylamino-, Trimethylammonium-, Pivaloylester- und Benzoylestergruppe synthetisiert wurden. Von diesen war nur das Benzoylester-Konjugat in der Lage, RNA mit 72 % Ausbeute nach 48 Stunden zu alkylieren. Zudem war es für mindestens 1 h in Zelllysat stabil.



medialex ◽  
2020 ◽  
Author(s):  
Markus Prazeller und David Hug
Keyword(s):  

Eine Journalistin hatte eine besetzte Villa in Luzern aufgesucht und sich dort mit Hausbesetzern getroffen. Über ihren Besuch publizierte sie eine Reportage. Sie wurde erstinstanzlich wegen Hausfriedensbruchs zu 500 CHF Busse verurteilt. Das Kantonsgericht Luzern bestätigte den Schuldspruch. Gemäss den Autoren ist das Urteil sorgfältig abgefasst und liegt auf der Linie der bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Sie bemängeln aber, dass das Kantonsgericht auf die Berichterstattung der beschuldigten Journalistin abstellt und damit eine ex-post-Betrachtung vorgenommen hat. Diese greife zu kurz. Vielmehr müsste untersucht werden, ob zum Zeitpunkt der Recherche (und damit der Tathandlung) ein allgemeines Interesse an der Informationsbeschaffung bestanden habe.



Author(s):  
Anna Bäcker ◽  
Nico Schneider ◽  
Bernhard Strauß ◽  
Uwe Altmann

Zusammenfassung Ziel der Studie Soziale Unterstützung ist bei schweren chronischen Erkrankungen wie z. B. Krebs eine wichtige Ressource zur Krankheitsbewältigung. Die verfügbaren Fragebögen zur Erfassung der sozialen Unterstützung sind meist recht umfangreich. Bisher vorliegende Kurzformen zielen inhaltlich nicht vollständig auf die situationsspezifischen Anforderungen an das soziale Umfeld ab. Deshalb wurde eine Kurzform zur Messung der wahrgenommenen sozialen Unterstützung bestehend aus 4 Items entwickelt: der SUCE-4. Methoden Es wurde eine Stichprobe von Krebspatienten (N=424) zu 2 Messzeitpunkten betrachtet. Die Faktorenstruktur wurde mit einer explorativen und einer konfirmatorischen Faktorenanalyse (CFA) evaluiert und Reliabilität und Validität wurden geprüft. Ergebnisse Die angenommene Faktorenstruktur wurde bestätigt (bei der CFA: RMSEA=0,028). Die Kurzform hatte eine gute interne Konsistenz (Cronbachs α>0,86). Im Sinne erster Hinweise auf Validität fanden sich zu beiden Zeitpunkten signifikante erwartungskonforme Zusammenhänge mit psychischer Lebensqualität, Selbstwirksamkeitserwartung, Depressivität und Ängsten. Schlussfolgerung Der SUCE-4 ist ein ökonomisches, reliables und valides Instrument zur Erfassung wahrgenommener sozialer Unterstützung im Kontext schwerer chronischer Erkrankungen wie z. B. Krebs.



2020 ◽  
Vol 48 (05) ◽  
pp. 369-375
Author(s):  
Vera Geisen ◽  
Christian Mayer ◽  
Julia Harrer ◽  
Katrin Hartmann ◽  
Sebastian Ulrich ◽  
...  

ZusammenfassungEin 10 Monate alter, männlich intakter Rhodesian Ridgeback wurde wegen chronischen Dickdarmdurchfalls und Hämatochezie vorgestellt. Der Hund stammte aus Deutschland und hatte das Land nie verlassen. Die Laboruntersuchung des vorbehandelnden Tierarztes ergab neben einer Neutrophilie eine Hyperkaliämie und eine Hyponatriämie. Mit einem Serumbasalkortisolwert von 4,3 µg/dl konnte ein Hypoadrenokortizismus weitgehend ausgeschlossen werden. Eine vom Tierarzt durch geführte antibiotische Behandlung hatte keine Besserung bewirkt. Daher war der Hund mit Prednisolon behandelt worden. Unter 2-wöchiger Prednisolongabe kam es zu einer deutlichen Verstärkung des Durchfalls sowie einem Gewichtsverlust von 6 kg. Bei Vorstellung an der Medizinischen Kleintierklinik der LMU München war der Hund im Allgemeinbefinden mittelgradig reduziert, deutlich abgemagert, dehydriert, hypovolämisch und hatte eine rektale Körpertemperatur von 39,6 °C. Bei der sonografischen Untersuchung zeigte sich eine generalisiert verdickte Dickdarmwand und koloskopisch eine hochgradig ulzerativ veränderte Dickdarmschleimhaut. Histologischer Befund war eine ulzerative granulomatöse Kolitis. Durch die Periodic-Acid-Schiff-Reaktion ließen sich in den Schnitten der Dickdarmbioptate mikrobielle Strukturen darstellen, die für eine Algeninfektion diagnostisch waren. Die bei der mikrobiellen Untersuchung anzüchtbaren Prototheken wurden mittels MALDI-TOF-MS als Prototheca zopfii identifiziert. Zum Nachweis einer möglichen Immundefizienz wurden die Immunglobuline im Serum bestimmt. Die IgM-Konzentration war erniedrigt, während sich IgG- und IgA-Konzentration im Referenzbereich befanden. Aufgrund der Verschlechterung des Allgemeinbefindens, der vorsichtigen Prognose und der hohen Kosten eines Therapieversuchs wurde der Hund eine Woche später euthanasiert und der Tierkörper pathologisch untersucht. Histopathologisch wurden Prototheken auch in den abdominalen Lymphknoten, jedoch nicht in den Augen oder im zentralen Nervensystem identifiziert. Der Fall zeigt, dass eine Prototheken-Infektion auch bei Hunden aus Deutschland als Differenzialdiagnose für chronischen Dickdarmdurchfall in Betracht gezogen werden sollte, insbesondere bei Patienten mit ulzerativer granulomatöser Kolitis. Sie kann bei der histologischen Untersuchung ohne Spezialfärbung leicht übersehen werden.



2020 ◽  
Vol 237 (07) ◽  
pp. 856-859
Author(s):  
Stefan J. Lang ◽  
Andreas Glatz ◽  
Kristina Joana Schoelles ◽  
Thomas Reinhard ◽  
Claudia Auw-Hädrich

Zusammenfassung Einleitung Deep Learning erfährt in den zurückliegenden Jahren eine immer größer werdende Aufmerksamkeit und wird für zahlreiche Fragestellungen genutzt. Da Bildanalyse eine der Stärken von Deep Learning ist, liegt der Schluss nahe, auch pathologische Fragestellungen hiermit zu bearbeiten. Ziel dieser Arbeit ist es, aus der allgemeinen Pathologie mögliche Deep-Learning-Ansätze zu identifizieren, die in der Ophthalmopathologie genutzt werden könnten. Zudem soll anhand der Daten eines Jahres der Anteil der potenziell interessanten Präparate für Deep Learning sowie der notwendige Aufwand abgeschätzt werden. Methoden Es erfolgte zunächst eine Literaturrecherche nach Deep-Learning-Modellen und deren Einsatzmöglichkeiten im Bereich der Pathologie. Um den potenziellen Nutzen abzuschätzen, wurde in einem 2. Schritt für die identifizierten Modelle die Anzahl an geeigneten Präparaten im Jahr 2019 ermittelt und in Relation zu der resultierenden Datenmenge und der Scan-Zeit gesetzt, um die Machbarkeit abzuschätzen. Ergebnisse Wir identifizierten 7 besonders interessante Themenbereiche: Festlegen von Regions of Interest (ROI), Einordnen von histologischen Bildern in Scoring-Systeme, Kartieren von Tumoranteilen, Differenzierung verschiedener Arten von Entzündung, Erkennen verschiedener kutaner Tumoren, Klassifizierung von Lymphomen und Vorhersage des Outcomes von Patienten anhand der Histologie von Tumoren. Innerhalb eines Jahres wären für die o. g. Modelle insgesamt 831 Fälle (43%) infrage gekommen. Das Erstellen von Whole Slide Images (WSI) für alle Präparate hätte eine Speicherkapazität von 630 GB bei einer Scan-Zeit von 35 h benötigt. Schlussfolgerung Es existieren mehrere Deep-Learning-Ansätze, die auch für die Ophthalmopathologie interessant sind. Die meisten müssten für die ophthalmopathologischen Fragestellungen speziell trainiert werden. Um Deep-Learning-Ansätze verfolgen zu können, ist es notwendig, eine gute Infrastruktur aufzubauen mit der Möglichkeit, WSI zu erstellen und dauerhaft zu speichern, was technisch machbar erscheint. Zukünftige Studien sollten die konkrete praktische Umsetzung bisheriger Deep-Learning-Möglichkeiten für die Ophthalmopathologie zum Thema haben.



2020 ◽  
Vol 48 (02) ◽  
pp. 98-105
Author(s):  
Jennifer Nieth ◽  
Judith Krohn

Zusammenfassung Ziel Die Studie hatte zum Ziel, Echotextur und Dimension der Nieren neonataler Fohlen mittels transabdominaler sonografischer Untersuchung zu veranschaulichen. Material und Methoden Im Rahmen einer Voruntersuchung erfolgte eine sonografische Darstellung der Nieren von 10 toten neugeborenen Warmblut-Fohlen mit Erhebung von Lokalisation, Maßen und Echotextur. Bei der sich anschließenden Sektion wurden die Nieren erneut vermessen und diese Ergebnisse mit den sonografisch ermittelten Werten verglichen. Es bestand eine hohe Übereinstimmung zwischen beiden Messwerten. Für die Hauptuntersuchung standen 57 Fohlen unterschiedlicher Rassen zwischen dem 1. und dem 14. Lebenstag zur Verfügung. Anhand eines standardisierten sonografischen Untersuchungsganges wurden die Interkostalräume und die Fossa paralumbalis beider Körperhälften in längsgeführter Schallrichtung gescannt sowie Topografie und Echotextur der Nieren ermittelt. Im selben Arbeitsgang erfolgte eine Vermessung von Länge und Breite des Organs sowie der Ausdehnung des Nierenbeckens. Diese Daten wurden rassevergleichend gegenübergestellt. Ergebnisse Die Nierenkapsel ließ sich sonografisch anhand einer feinen hyperechogenen Linie erkennen. Die Nierenrinde selbst stellte sich im sonografischen Bild echogen, das Nierenmark hypoechogen dar. Das Nierenbecken wies ein hyperechogenes Schallbild auf. Die linke Niere war durchschnittlich 7,1 ± 1,4 cm lang und 4,2 ± 0,7 cm breit, die rechte 6,7 ± 1,4 cm lang und 3,9 ± 0,7 cm breit. Das linke Nierenbecken maß 1,3 ± 0,7 cm in der Länge und 0,7 ± 0,4 cm in der Breite. Das rechte Nierenbecken hatte eine Länge von 1,3 ± 0,6 cm und eine Breite von 0,6 ± 0,4 cm. Dieses wies linksseitig bei 24,6 % der Fohlen ein anechogenes Lumen auf, rechtsseitig bei 64,3 % der Fohlen. Beim Rassevergleich konnte tendenziell festgestellt werden, dass das Körpergewicht equiner Neonaten nicht mit der Nierengröße korrelierte. Schlussfolgerung und klinische Relevanz Die transabdominale Sonografie stellt ein zuverlässiges Diagnostikum für die Darstellung der Nieren beim neonatalen Fohlen dar. Durch die Beschreibung der physiologischen Echotextur und Dimensionen können pathologische Zustände abgegrenzt werden.



Sign in / Sign up

Export Citation Format

Share Document